Hawkwind – PARALLEL UNIVERSE (LIBERTY/U.A. YEARS)

Hawkwind ParallelUniverseIm Spiegel der Illusionen: Triple-CD-Werkschau der frühen Jahre.

Schräge kosmische Botschaften im Raum-Zeit-Kontinuum gelten in der Post-Hippie-Ära Anfang der siebziger Jahre als Nonplusultra. Zahlreiche Forma-tionen folgen diesem Trend, doch als authentisch ragt allein die im Londoner Distrikt Ladbroke Grove in einem großen viktorianischen Haus residierende Musikerkommune Hawkwind heraus. Weitab der technischen Perfektion von Pink Floyd, besitzen die surrealistischen Weltraumklänge des Kollektivs trotz intergalaktischer Sujets einen ungemein rustikalen Charme. Doch gerade das macht den Reiz der „Psychedelic Warlords“ aus. Nach dem Top 5- Hit ›Silver Machine‹, einem auf Single-Länge editierten 20-minütigen Jam aus dem Londoner Roundhouse von 1972, weitet sich der Aktionsradius der Band europaweit aus. Allein der schnauzbärtige Multi-Instrumentalist Dave Brock ist in den kommenden Dekaden die einzige Konstante eines permanent in Bewegung befindlichen Bandkonzepts, dem u.a. auch der spätere Mötorhead Lemmy Kilmister, Bowie-Violinist Simon House und der renommierte britische SF- und Fantasy-Autor Michael Moorcock angehörten.

Mit dem luxuriös verpackten Triple-CD-Set PARALLEL UNIVERSE (LIBERTY/U.A. YEARS) folgt die längst fällige Werkschau. Allerdings offerieren die 34 Tracks der Alben Hawkwind, In Search Of Space, Doremi Fasol La- tido sowie Hall Of The Mountain Grill mit Out-takes, Single-Cuts und Alter-nate Versions lediglich einen Einblick ins Kreativschaffen der ersten fünf Hawkwind-Jahre. Zwölf der Titel, darunter Alternativ-Versionen von ›Hurry On Sundown‹, ›Mirror Of Illusion‹, ›Seven By Seven‹ und ›Paradox‹, waren bislang unveröffentlicht.