Rückblende: Derek and the Dominos – ›Layla‹

laylaWar Duane Allman der Katalysator oder ruinierte sein „schiefes“ Spiel den Song? Und war das Klavier-Outro von einem anderen Lied geklaut? Die problembehaftete Geschichte eines der unanfechtbaren Klassiker des Rock.

„Ich bin unglaublich stolz auf dieses Lied. Etwas so Mächtiges erschaffen zu haben, ist etwas, woran ich mich nie gewöhnen werde“, sagte Eric Clapton 1988 über ›Layla‹. „Es haut mich immer noch um, wenn ich es spiele.“

Einer der größten Rockklassiker beginnt mit einem Sieben-Noten-Riff, das große Erwartungen weckt, gefolgt von einem intensiven, berauschenden Schrei unerwiderter Liebe: „What‘ll you do when things get lonely?“ Er richtete sich an Pattie Harrison, die Frau von Beatle George Harrison. Clapton wollte sie von ihrem Mann weglocken, mit dem er gut befreundet war. Das wussten nur wenige, als das Stück 1970 auf dem Derek-&-The-Dominos-Album LAYLA AND OTHER ASSORTED LOVE SONGS erschien, aber es war sicher für alle Betroffenen offensichtlich. ›Layla‹ war inspiriert von einem Buch, das Clapton gelesen hatte, „The Story Of Layla And Majnun“, einer Geschichte aus dem 12. Jahrhundert über eine arabische Prinzessin, deren Vater sie verheiratet, während ihre wahre Liebe in einer Verzweiflung zurückbleibt, die zu Wahnsinn wird.

Die meisten der Stücke, die Clapton für das Album schrieb, waren zusammen mit Bobby Whitlock verfasst worden, einem amerikanischen Keyboard-Spieler, der kurz zuvor bei Delaney & Bonnie ausgestiegen war, einer Band, mit der Clapton sich angefreundet hatte und auf Tour gegangen war. Zugeschrieben wird es hingegen Clapton und Dominos-Schlagzeuger Jim Gordon, von dem die lange Klavier-Coda gekommen war. Whitlock erinnert sich, dass Clapton ›Layla‹ schon fertig hatte, als sie anfingen, zusammen zu schreiben: „Er hatte das Lied allein zu Hause geschrieben“.

„Ich bin unglaublich stolz auf dieses Lied. Etwas so Mächtiges erschaffen zu haben, ist etwas, woran ich mich nie gewöhnen werde.“ (Eric Clapton)

Das Riff am Anfang war auch schon da übernommen von Albert Kings ›As The Years Go Passing By‹ –, aber das Stück war viel langsamer, als es letztlich erschien. „Eric nahm es nach Miami mit. Wir waren schon mal drübergegangen“, so Whitlock. „Eric brachte dieses Sieben-Noten-Lick zu den Aufnahmesessions mit. Und dann mischte Duane sie auf.“ Duane Allman, Gitarrist der Allman Brothers, wurde Clapton kurz nach Beginn der Sessions zum LAYLA-Album in den Criteria Studios in Miami von Produzent Tom Dowd vorgestellt. Laut Dowd waren diese schleppend verlaufen, bis er Clapton zu einem Konzert der Allman Brothers mitnahm. Danach lud Clapton die Band ins Studio ein, wo sie die nächsten 18 Stunden jammten. Innerhalb von Tagen spielte Duane bei den Albumsessions, was die Atmosphäre komplett verwandelte, indem er und Clapton das Beste auseinander rausholten.

›Layla‹ wurde gegen Ende dieser Sessions aufgenommen und Whitlock sagt, das Album sei so ziemlich in der Reihenfolge entstanden, wie wir es hören. „Das gab es kein ‚Wir machen das zuerst und dann das und heben uns ›Layla‹ für zuletzt auf‘“, erklärt er. „Das passierte einfach ganz natürlich.“ Dass ›Layla‹ der Platte ihren Titel verlieh und den Höhepunkt des Doppelalbums darstellt, zeigt dennoch, dass Clapton es als einen besonderen Song ansah, selbst bevor Allman seinen Geniestreich hinzufügte. Allman veränderte die Dynamik des Stücks, indem er das Riff am Anfang beschleunigte. Manche Menschen behaupten sogar, Allman habe das Riff an sich in den Song eingebracht, aber Whitlock stimmt dem nicht zu: „Das war schon da“.