Review: Avantasia – GHOSTLIGHTS

avantasia ghostlightsEin kreatives, kurzweiliges, zeitgemäßes und frisches Rock-meets-Metal-Album mit facettenreichen Kompositionen und brillanten Gastsängern.

Edguy-Sänger Tobias Sammet, der kreative Kopf hinter Avantasia, übertrifft sich erneut selbst. Es ist schier unglaublich, wie vielschichtig seine musikalischen Ideen sind, auch diesmal füllt er sein bewährtes Konzept mit frischem Leben. Die altbekannten Sangesgefährten Michael Kiske, Jorn Lande, Ronnie Atkins und Bob Catley erfahren auch auf GHOSTLIGHTS hochwertige Unterstützung durch zuvor am Projekt unbeteiligte Barden. Da wäre zunächst Dee Snider bei ›The Haunting‹. Diese etwas mystische Nummer zeigt gar eine neue Facette des Twisted-Sisters-Sängers. Auch Ex-Queensryche Geoff Tate konnte Sammet für ein Duett (›Seduction Of Decay‹) gewinnen und öffnet sich seinem progressiven Rock aus Seattle. Als wäre diese Stilvielfalt, die aber immer perfekt ins Avantasia-Korsett passt, nicht schon ausreichend, wird bei ›Draconian Love‹ durch Beyond-The-Bridge-Sänger Herbie Langhans ein wenig HIM-Gothic-Flair versprüht. Selbstverständlich gehört eine Ballade (›Isle Of Evermore‹) mit einer weiblichen Sangespartnerin zwingend auf die CD, diesmal übernimmt Sharon Den Adel von Within Temptation diesen Part. Letzter in der Riege der neuen Gäste ist Nightwishs Marco Hietala, der mit seiner Stimme in ›Master Of The Pendulum‹ unterstützend tätig wird. Bei Tobias Sammet besteht keinerlei Grund dazu, prominente Kollegen nur deshalb zu rekrutieren, um Schwächen zu überdecken oder Aufmerksamkeit zu erzeugen, denn seine Kompositionen sind durchweg hochwertig. Neben den Hausgitarristen Sascha Paeth und Oliver Hartmann greift auch Bruce Kulick bei drei Songs in die Saiten. GHOSTLIGHTS sollte allen uninspirierten Nörglern und Neidern klar machen, welche Zutaten es für ein grandioses Album braucht.

Avantasia
GHOSTLIGHTS
NUCLEAR BLAST/WARNER
9/10