Review: Arkells – MORNING REPORT

arkells albumZu viele Köche?

So klingt es dann wohl, wenn eine Band nach den Sternen greifen will. Ihr letztes Werk HIGH NOON sicherte den Arkells in ihrer Heimat Kanada die erste Goldene, schon im Vorfeld der Veröffentlichung von Album vier ließ ein eklektisches Festival-Booking zwischen Highfield und Chiemsee Summer eine ordentliche Soundöffnung vermuten. MORNING REPORT weiß das zu bestätigen. Noch immer ruht in den Stücken die Verehrung eines Bruce Springsteen, weiterhin spielt die nordamerikanische Roadtrip-Mentalität eine große Rolle. Schon die Wahl der Produzenten unterstreicht jedoch die Ambitionen der Alternative-Rock-Kanadier. Joe Chiccarelli (The Strokes), Tony Hoffer (Beck, M83), Brian West (Sia, Awolnation) und Gus van Go (The Stills) durften sich am neuen Material verdingen – mit zweischneidigem Ergebnis. Was Arkells an Vielschichtigkeit und Abwechslung drauflegen, büßen sie an Kohärenz ein. Das führt zu belanglosen Radio-Balladen wie ›Passenger Seat‹ oder einem ähnlich laschen Feel-Good-Füller wie ›Round And Round‹. Wie tragisch das ist, beweisen große Stücke wie das eröffnende ›Drake’s Dad‹ mit seinem entspannten Hip-Hop-Beat (nomen est omen?) und den Soul-Chören oder der lockere Piano-Groove in ›Private School‹. Ein großes Ganzes will sich auf MORNING REPORT aber nicht ergeben – coolen Chören und schmissigen Bläsern zum Trotz. Vielleicht also doch noch mal beim Boss reinhören.

6/10

Arkells
MORNING REPORT
Last Gang/eOne