Meilensteine: The Shadows sichern sich mit ›Apache‹ ihr Ticket zum Ruhm

the shadows11. Juli 1960: The Shadows‘ erste UK-Nummer-1 ›Apache‹ erscheint.

Sologitarrist Hank Marvin, Rhythmusgitarrist Bruce Welch, Bassist Jet Harris und Schlagzeuger Tony Meehan stellten die Begleitband von Teenager-Idol Cliff Richard, Großbritanniens Antwort auf US-Rock‘n‘Roll-Tsunami Elvis Presley. Als Flops erwiesen hatten sich 1959 die Singles ›Feelin‘ Fine‹, ›Jet Black‹ (beide noch als The Drifters) sowie ›Lonesome Fella‹ unter dem Neu-Logo The Shadows.

Im Frühjahr 1960 befand sich das Quartett auf Tour als Support Act von Gitarrist Bert Weedon (59er-Hits ›Guitar Boogie Shuffle‹, ›Nashville Boogie‹). Schon Monate zuvor hatte Weedon das von Songwriter Jerry Lordan komponierte und durch den gleichnamigen 54er Hollywood-Western inspirierte Instrumental ›Apache‹ eingespielt, jedoch unveröffentlicht belassen. Weedon be­­fand, dass die Nummer prima zu den Shadows passen würde. Gesagt, getan. Bei den Aufnahmen am 17. Juni in den Londoner EMI Abbey Road Studios koppelte Hank Marvin erstmals seine Fender Stratocaster samt Tremolo-Arm-Technik mit einer von Kollege Joe Brow frisch erworbenen Echokammer. Bruce Welch nutzte ein Gibson Akustikmodell J200 von Cliff Richard, der wiederum die Rhythmussektion Jet Harris und Tony Meehan unterstützte: An Chinese Drum verlieh Richards dem gehallten Stück typisches Indianer-Flair.

Als A-Seite sollte ursprünglich der Armee-Song ›The Quar­termasster‘s Stores‹ fungieren. Produzent Norrie Paramor änderte jedoch seine Meinung, als seine kleine Tochter beim ersten Hören der B-Seite den Vorzug gab. Nach Erscheinen am 11. Juli 1960 kletterte der tapfere ›Apache‹, die prägnanteste britische 45er der Prä-Beatles-Ära, die UK-Charts bis auf Platz 1. Bert Weedons Version blieb auf Rang 24 hängen. In den USA sahnten weder Weedon noch die Shadows ab: Dort besorgte das der talentierte Däne Jørgen Ingmann.