The Rolling Stones: Die 50 besten Songs (Teil 2)

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The Rolling Stones: Die 50 besten Songs (Teil 2)

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It’s only Rock’n’Roll… aber wir stehen drauf – und wie! Ebenso wie jede Menge Künstler. Wir haben sie gefragt, was ihre Lieblingssongs der Rolling Stones sind und was diese Band so gut oder so wichtig für sie macht. Start ’em up!

›Jumpin‘ Jack Flash‹ (1968)

Von dem Moment an, in dem ich es zum ersten Mal hörte, liebte ich alles an diesem Stück. Es hat so etwas Düsteres und Cooles an sich. Das ist sinister, aber anziehend, nicht sinister und abstoßend. Für mich hat sich das nie abgenutzt. Im Gegenteil, die Wirkung dieser Nummer wuchs, je mehr ich über das Handwerk des Songwritings lernte. Es ist immer noch so badass und die Produktion ist so gut. Für mich fühlte es sich fast ein bisschen wie ein Comeback für die Stones an, es half ihnen wirklich, ihre Identität wiederzufinden. Ab diesem Punkt hatten sie es wieder so richtig drauf, also war das ein Wahnsinns-Comeback.

William DuVall, Alice In Chains

Den Song habe ich schon 20.000 Mal gehört, aber auch heute noch drehe ich jedes Mal, wenn er im Radio läuft, die Lautstärke auf und raste komplett aus. Da will ich einfach nur dazu schreien und plärren. Sie kamen gerade aus dieser psychedelischen Phase heraus, in der sie THEIR SATANIC MAJESTIES gemacht hatten, was ihr SGT. PEPPER darstellen sollte, und sie drohten, ihre Wurzeln im Blues zu verlieren. Als ich die Nummer zum ersten Mal hörte, war ich vielleicht 16 und sie blies mich komplett weg – der Klang der Gitarren. Das ist einfach knochentrocken, Mann.

Walter Trout

Durch das Vorsingen dieses Songs bekam ich den Job als Sänger meiner allerersten Band. Das war 1975 und ich wusste, dass mein Schulfreund Luke Morley, der dieses Vorsingen organisiert hatte, Gitarrist war. Ich werde nie vergessen, wie ich in diesen Raum ging, um zu singen, mit einem Mikrofon, das ich mir von einem Onkel geborgt hatte, und ein strahlend rotes Schlagzeug von Pearl in der Ecke stehen sah. Das war das Beeindruckendste, was ich in meinem ganzen Leben gesehen hatte. Ich kannte ›Jumpin’ Jack Flash‹, hatte es aber noch nie zuvor laut gesungen, außer in der Badewanne. Wann immer ich es heute höre, versetzt es mich zurück in diesen verrauchten Proberaum mit diesem Schlagzeug. Das gibt mir ein schönes, warmes, glückliches Gefühl.

Danny Bowes, Thunder

Dieser Song, Mann … Hin und wieder covern wir und ich liebe es. Denn wir spielen ihn in E und das ist verdammt heavy. Doch es gibt noch so viel andere gute Sachen von ihnen: ›Beast Of Burden‹, ›Gimme Shelter‹, ›Paint It Black‹ … Und in Nashville muss es natürlich ›Honky Tonk Women‹ sein, oder? Das ist überall. Wenn du heute Abend ins Tootsies gehst, wird es irgendwann laufen.

Chris Robertson, Black Stone Cherry

›Child Of The Moon‹ (1968)

Ich nehme mal was Exotisches. Das ist die B-Seite von ›Jumpin’ Jack Flash‹, aber ein ziemlich brillantes Stück Psychedelik. Es ist fast schon Proto-Grunge. Und wenn ich noch eine Nr. 2 erlaubt bekomme – ja, ich weiß, nur ein Track, aber als absolut eingefleischter Stones-Fan nehme ich mir das Recht, noch einen Klassiker vorzuschlagen –, wäre das ›I’m Alright‹ von GOT LIVE IF YOU WANT IT! Es ist einfach so roh und echt, man kann es fast anfassen. Und natürlich ist das eine Komposition von Bo Diddley, wobei ich den Begriff eher lose verwende, denn größtenteils ist das einfach ein knackiger Jam, was es noch wertvoller macht.

Billy Gibbons, ZZ Top

›Street Fighting Man‹ (1968)

Ihre Karriere verfolge ich schon, seit ich mit 16 in einem Pub in Guildford für sie eröffnete – so weit reicht unsere gemeinsame Geschichte schon zurück. Dieses Lied fängt die Essenz der Stones ein, die ich so liebe, das ganze Straßending. Das ist die Art von Song, die man nicht im Sitzen hören kann, das ist ein Monster.

Mick Jones, Foreigner

›Sympathy For The Devil‹ (1968)

Am Anfang klingt es, als sei man im Dschungel, da hört man den Beat der Bongos und das Gekreische der Tiere. Nach dem ersten Akkord setzt dann der Gesang ein: „Please allow me to introduce myself/I’m a man of wealth and taste“. Das ist einfach der beste Anfang eines Songs aller Zeiten. Und man muss einfach dazu tanzen. Wenn es nicht diesen Drang in dir auslöst, hast du ein Problem. Wahrscheinlich bist du dann schon tot.

Tony Wright, Terrorvision

Rhythmisch betrachtet war ›Sympathy For The Devil‹ immer einer meiner Favoriten der Band. Wer den Making-Of-Film dazu nie gesehen hat, sollte das unbedingt tun, denn er ist wirklich fesselnd. Als sie endlich über diesen Rhythmus stolpern, der am Anfang zum Einsatz kommt, das ist faszinierend. Ich bin so beeindruckt davon, wie sie darauf hinarbeiten, den perfekten Vibe zu finden, das beste Szenario, in dem der Song funktionieren kann. Und als sie dann endlich ins Schwarze treffen, geht’s ab. Als ich noch bei Guns N’ Roses war, versuchten wir mal, das zu covern [für den Abspann des Films „Interview mit einem Vampir“ von 1994], und ich war nicht besonders glücklich darüber. Es ist eines dieser Stücke, bei denen man einer Neuerschaffung nicht mal nahekommen kann. Ähnlich wie ›Won’t Get Fooled Again‹ von The Who oder Queens ›Bohemian Rhapsody‹ – warum sollte man diese Songs covern wollen? Unsere Fassung war okay, aber natürlich konnte sie dem Original nicht das Wasser reichen.

Matt Sorum, Ex-Guns N’ Roses

›You Can’t Always Get What You Want‹ (1969)

In meiner Jugend war ich eher der Beatles-als der Stones-Typ, aber später entdeckte ich sie dann doch noch. Die Stücke von ihnen, die ich am liebsten mag, kamen alle im Film „Der große Frust“ vor. ›You Can’t Always Get What You Want‹ hört man in der ersten Szene – die große Beerdigung. Das ist so soulful und wunderschön. Die Dynamik – wie es sich zu diesem unglaublichen Gospelchor aufbaut – spricht mich wirklich an. Ich finde es absolut furchtbar, dass es heute bei Auftritten von Trump gespielt wird. Da sollte jemand aufstehen und sage: „Hört sofort damit auf!“, bevor die Leute zu glauben beginnen, da gebe es irgendeine Verbindung zwischen dem Künstler, dem Song und der Sache.

Fish

›Gimme Shelter‹ (1969)

„It’s just a shot away, it’s just a shot away“ – diese Worte fangen den Aufruhr in der Welt und vor allem im Amerika des Jahres 1969 ein. Kurz bevor dieses Lied aufgenommen wurde, hatten die Stones gesehen, wie in Altamont jemand vor ihren Augen getötet worden war. Das war ein Schock für alle Rockfans. Nachdem ich den Song jahrzehntelang gehört hatte, wurde mir erst in jüngerer Vergangenheit, nachdem ich den Text nachgeschlagen hatte, klar, dass die ersten beiden Wörter des Refrains, die ich zuvor nie verstanden hatte, „rape, murder“ [Vergewaltigung, Mord] lauteten. Diese furchterregende Botschaft mildern sie dann am Ende ab, als sie sagen, die Liebe sei „nur einen Kuss entfernt“. Aus irgendeinem Grund bin ich immer den Tränen nahe, wenn ich das Stück höre. Ich liebe, wie es klingt, es ist simpel und schlicht orchestriert, doch der Vibe ist überirdisch. Merry Claytons erstaunliche Background-Stimme ist wie ein Engel im Himmel, der himmlische warnende Worte zu uns heruntersingt. Diese Verbindung von weißen, männlichen, vom Chicago-Blues beeinflussten Rockern und dem amerikanischen Gospel-Gesang berührt mich immer wieder.

James „JY“ Young, Styx

Dieser Song löst etwas bei mir aus, weil er zu dem passt, was in den 60er Jahren passierte. Die Stones waren sehr fokussiert auf die gesellschaftlichen Probleme jener Zeit, und traurigerweise hat sich die Welt seither nicht groß verändert.

John Mayall

Diese Nummer strotzt nur so vor Atmosphäre und Attitüde. Der Text ist wie bei ›Sympathy For The Devil‹ und ›Street Fighting Man‹ ziemlich furchteinflößend. Das Gitarrenintro packt mich schon aus 50 Metern Entfernung und dieses unglaubliche Schreien im Outro macht es zu einem textlichen wie klanglichen Meisterwerk.

Philip Lewis, L.A. Guns

Man muss die Langlebigkeit, das Gesamtwerk und die Sturheit der Stones einfach bewundern. Und wenn sie mal ins Schwarze treffen, kriegt man das mit, Mann. Für mich ist die Tragödie der Stones, dass sie infantil geblieben sind. Der Triumph der Stones ist aber ebenfalls, dass sie infantil geblieben sind. Diese beiden Seiten gehen Hand in Hand. Nachdem ich mich jahrelang geweigert hatte, sie live zu sehen, ging ich vor nicht allzu langer Zeit endlich auf ein Konzert von ihnen. Wenn ich die Augen schloss, genoss ich es wirklich. Sie sind eigentlich eine Garage-Band, oder eine Pubrock-Band, wie wir das in Australien nennen würden – und zwar eine verdammt gute. Wenn man nicht mehr auf die Lichter, die Turnanzüge und Leoparden-Gitarrengurte achtet, begreift man, dass – WOW – hier etwas Unglaubliches passiert. Sie überzeugten mich. Die Stones haben etwa 20 großartige Songs. Bei ›Gimme Shelter‹ hört man all ihre Mechanismen, und die Mundharmonika ist überall darauf. Das baut sich wunderbar auf und klingt 50 Jahre später immer noch toll.

Peter Garrett, Midnight Oil

›Gimme Shelter‹. Das ist der Song. Der eine. Vielleicht einer der machtvollsten gesellschaftlichen Kommentare überhaupt. Und noch so ein Moment der Genialität, wenn Mary Claytons Stimme bricht und Mick singt: „Whoo!“ Und dieser Gitarrenklang. Das geht absolut unter die Haut.

John Rzeznik, Goo Goo Dolls

›Honky Tonk Women‹ (1969)

Für meine Begriffe ist ›Honky Tonk Women‹ der perfekt geschriebene Song. Ich glaube, das war das erste ihrer Stücke in offener D-Stimmung, das zum Hit wurde. Danach wurde das für Keith zum Standard. Als ich aufwuchs, spielte ich Hillbilly, Bluegras und traditionellen Country, was ich alles von meinem Dad gelernt hatte, doch meine Mama stand auf die Stones, die Beach Boys, die Beatles und Bob Dylan. Sie hatte eine Kassette von HOT ROCKS 1964–1971, die Greatest Hits auf Doppelalbum, und die spielte sie ständig. Ich war es gewohnt, ihre Hits von Mitte der 60er zu hören, die super waren. Wie könnte man die nicht mögen? Doch mit elf fingen meine Ohren an, sich wirklich zu öffnen. ›Honky Tonk Women‹ faszinierte mich sofort. Das war wie ein aufgebohrter, elektrifizierter Country-Song, wenn man sich auf das Wesentliche konzentrierte. Drei Akkorde und großartige Harmonien. Und da ging mir ein Licht auf: Es ist dasselbe wie Hank Williams, nur lauter. Da fing alles an, Sinn zu ergeben, und dieses Gefühl verließ mich nie wieder. Noch heute, wenn ich das erste Krachen dieser Snare höre, bin ich sofort wieder gefesselt und kann es nicht abschalten.

Charlie Starr, Blackberry Smoke

Ich war immer eher ein Beatles- als ein Stones-Mann, aber ›Honky Tonk Women‹ ist so ein toller Song. Dieser Anfang mit der Kuhglocke ist grandios, der Refrain ist absolut wunderbar und der Text ebenso. Ich denke mal, die Worte reflektieren exakt das, was die Inspiration dazu war. Es ist wie eine ernste Nummer, aber gleichzeitig macht sie Spaß.

Graham Gouldman, 10cc

›Brown Sugar‹ (1971)

Oh Mann, gib mir ein ganzes Album: STICKY FINGERS! Aber wenn ich mich für nur ein Lied entscheiden
muss, sage ich ›Brown Sugar‹. Das wurde auf acht Spuren aufgenommen, es ist umwerfend, perfekt, einer der am wenigsten heruntergemixten Tracks auf sämtlichen Stones-Platten. Aber yeah, STICKY FINGERS ist das beste Album, ›Brown Sugar‹ der beste Song. Doch das ist echt schwer bei den Stones. Wie wär’s mit ›You Can’t Always Get What You Want‹? Das erste Mal, als ich das gehört habe, Mann …

John Harvey, Monster Truck

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