Rock-Mythen: Marc Bolan – Tod im Morgengrauen

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Rock-Mythen: Marc Bolan – Tod im Morgengrauen

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Als es geschah, hatte der Londoner Tag gerade begonnen: Vor 43 Jahren, am Morgen des 16. September 1977, kam Marc Bolan, schillerndes Genie hinter T. Rex und Gesicht des 70s-Glamrock, bei einem Autounfall ums Leben. Sein plötzlicher Tod hinterließ eine klaffende Lücke. Geblieben sind unsterbliche Hits wie ›Hot Love‹, ›Jeepster‹ und ›Get It On‹.

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Es ist wenige Minuten vor fünf Uhr an jenem Freitagmorgen. London schläft, und nur zwei Autos befahren den schmalen Queen‘s Ride südlich der Themse. Der Hintere der beiden Wagen wird von Richard Jones gesteuert. Vor sich sieht er die Rücklichter eines violetten Mini 1275 GT. Darin sitzt seine Schwester Gloria, neben ihr Marc Bolan. Sie will den Wagen zur wenige hundert Meter entfernten Wohnung des Paares in der 142 Upper Richmond Road chauffieren. Er wird dort nicht ankommen.

Begonnen hatte das kurze Leben des Mark Feld, wie er bürgerlich hieß, 29 Jahre zuvor auf der anderen Seite der Themse. Im nördlichen Stadtteil Stoke Newington kam er am 30. September 1947 als Sohn jüdischer Eltern zur Welt, und nichts deutete darauf hin, dass der Junge eines Tages einen Rolls-Royce besitzen würde. Wie so viele kriegsgebeutelte Engländer nagten auch die Felds am Hungertuch, erst in den 50ern ging es allmählich aufwärts. Es waren die Jahre, in denen der kleine Marc seine musikalische Ader entdeckte. Vor allem eine Bill-Haley-Platte, die ihm der Vater geschenkt hatte, brachte ihn auf den Geschmack. Kurz darauf die erste Gitarre, und wenig später schon landete er in einer Schülerband namens Susie And The Hula-Hoops. Deren Sängerin: die zwölfjährige Helen Shapiro, die es bald selbst zum Star bringen sollte.

Bolan aber befand sich da schon auf der ersten Sprosse seiner eigenen Er­­folgsleiter. Er lungerte in der berühmten 2I‘s Coffee Bar herum, wo sich die Hipster der Stadt trafen und er selbst bald einen Kellnerjob ergatterte; er frönte seiner ausgeprägten Vorliebe für schicke Klamotten, was ihm den einen oder anderen Modeljob einbrachte, und er begann sich in der Musikzene umzutun. Bereits im zarten Alter von 17 Jahren nahm er mit ›All At Once‹ einen ersten Song auf, der allerdings unveröffentlicht blieb. Ein Jahr später aber hörte die Welt zum ersten Mal von Marc Bolan.

Bei Decca durfte er mit ›The Wizard‹ eine erste Single veröffentlichen. Zuvor aber hatte ihm die Firma den Namen Bowland verordnet, was Marc kurzerhand zu Bolan verkürzte. Diese und noch zwei weitere Platten aber floppten. 1966 dann die entscheidende Be­­gegnung: Mit dem Manager Simon Napier-Bell lief Bolan eine der einflussreichsten Figuren der damaligen Szene über den Weg. Beeindruckt vom Songwriting-Talent des Jünglings, wollte Napier-Bell Bolan zunächst bei den Yardbirds unterbringen, entschied sich dann aber für John‘s Children, eine weitere hoffnungsvolle Band aus seinem Stall. Aber auch die mit der Gruppe eingespielte Single ›Desdemona‹ ging unter, nicht zuletzt wegen der Textzeile „Lift up your skirt and fly“, die der biederen BBC nicht sendefähig erschien.

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