Rock-Mythen: Jeff Buckley – Tod im Ol‘ Man River

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Rock-Mythen: Jeff Buckley – Tod im Ol‘ Man River

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Songs wie der Titeltrack, ›Last Goodbye‹ und nicht zuletzt die feierliche Interpration von Leonard Cohens ›Hallelujah‹ sorgten für Gänsehaut. Auch auf der Bühne: Buckley ging auf Welttournee und eroberte Publikum und Medien im Sturm. Schon im nächsten Jahr hatte er sich zum größten Hoffnungsträger der internationalen Alternative-Szene entwickelt, die seit dem Tod von Kurt Cobain nach neuen Helden suchte.

Jeff Buckley Todestag

Im Winter 1996/97 dann machte sich Buckley an die Arbeit zum zweiten Album, der ahnungsvolle Arbeitstitel: „My Sweetheart The Drunk“. Aufgenommen werden sollte im Easley McCain Recording Studio in Memphis, wo schon Townes Van Zandt, Rufus Thomas und die Jon Spencer Blues Explosion gearbeitet hatten. Nach diversen Vorarbeiten sollte es am 29. Mai 1997 losgehen, die aus New York kommende Band würde an diesem Tag einfliegen.

Am frühen Abend – die Band ist be­­reits im Landeanflug – setzen sich Buckley und sein Roadie Keith Foti in ihren gelben Ryder-Van, um ein paar Instrumente von ihrem gemieteten Shotgun-Haus ins nahegelegene Studio zu bringen. Wie Buckley-Biograf David Browne („Dream Brother“, Harper Entertainment, 2002) berichtet, finden die beiden jedoch das Studio nicht, obwohl sie zuvor bereits dort gewesen sind. Stattdessen fahren sie runter zum Fluss und stellen den Wagen auf dem Parkplatz des Tennessee Welcome Centers ab.

Vor dort machen sie sich auf den Weg zum Ufer. Foti setzt sich hin und spielt Gitarre, während Buckley, der dort schon oft geschwommen ist, sofort ins Wasser will. Mit Schuhen, Jeans und T-Shirt steigt er in die Fluten, dabei singt er, so Foti später, eine paar Songzeilen aus ›Whole Lotta Love‹ von Led Zeppelin. Nach einigen Minuten beobachtet der Roadie, dass sich Buckley, der bereits bis in die Mitte des Wolf River hinausgeschwommen ist, in Richtung eines der beiden Pfeiler einer nahen Brücke bewegt, um dort Schutz vor einem nahenden Schlepper zu suchen. Es ist das letzte Mal, dass er den Freund sieht.

Vermutlich wurde der durch die schweren Stiefel und seine nasse Kleidung geschwächte Jeff Buckley Augenblicke später von einer Strömung un­­ter Wasser gezogen. Ein lächerlich banaler Todesfall, der angesichts der Tatsache, dass der Sänger zum Todeszeitpunkt kerngesund und nüchtern war, für allerlei Spekulationen sorgte. Schon immer war er unberechenbar gewesen und gerne zwischendurch mal für ein paar Tage abgetaucht. Manche werteten den Umstand, dass er nun in voller Kleidung ins Wasser gegangen war, sowie Textpassagen aus Songs wie ›Nightmares By The Sea‹ dann auch als Indiz für einen Suizid. Andere schienen gar an mehr oder weniger plausiblen Verschwörungstheorien zu stricken und führten an, dass Buckley ein viel zu guter Schwimmer gewesen sei, als dass man dem offiziellen Bericht der Polizei Glauben schenken könne. Der aber stellte sachlich fest: „Tödlicher Unfall durch Ertrinken“.

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