ELVIS PRESLEY: Der Messias

Er geht wieder auf Tour und tritt scheinbar endlos im International Hotel in Las Vegas auf, wo er es mit seinem Gefolge ähnlich krachen lässt wie einst das Rat Pack um Frank Sinatra und Dean Martin, während Ehefrau Priscilla isoliert in Graceland hockt. Er nimmt neue Songs auf, immer wieder, doch die Einnahmen aus seinen Plattenverkäufen gehen zurück. Drastisch.

Elvis’ Einnahmen kommen nun hauptsächlich aus seinen Las-Vegas- Engagements und den Tourneen. Ein Mitglied seines Gefolges wird Zeuge, wie er im Casino eine Million Dollar in nur 15 Minuten verspielt. Und auch Colonel Parker verzockt anderthalb Millionen in einer einzigen Nacht. Fast scheint es, als sei ihnen allen der Bezug zur Realität verlorengegangen. Man hurt und säuft sich durch Vegas und seine Casinos. Frauen, Tabletten, Partys, Alkohol, Drogen.

elvis presley

Der King ist auf dem Weg in den finanziellen und seelischen Bankrott. Es gelingt ihm nicht, seinem Leben einen spirituellen Sinn abzugewinnen, die Leere in sich füllen. Zu Beginn des Jahres 1972 trennt sich zudem Priscilla von ihm, und zunehmend machen schwere gesundheitliche Probleme Elvis zu schaffen. Mehrfach steht er bereits an der Schwelle zum Tod.

Sein letztes Konzert gibt der King am 26. Juni 1977 in Indianapolis, aufgeschwemmt und eine Karikatur seiner selbst. Privat ist er nun mit der 20-jährigen Ginger Alden liiert. In ihren Erinnerungen, denen man durchaus Glauben schenken darf, berichtet sie von den Ausrastern, die der 42-Jährige immer häufiger hat. Er schießt auf den Fernseher, weil ihm das Programm nicht gefällt. Er schießt auf das Telefon, weil das Klingeln ihn nervt. „Und er war von Ja-Sagern umgeben. Selbst wenn er über etwas lachte, was überhaupt nicht komisch war, lachten alle mit. Niemand in seiner Umgebung sagte jemals Nein zu ihm.“

Am 15. August 1977 macht Elvis Ginger Alden einen Heiratsantrag. Ihre Antwort ist Ja. Am nächsten Tag findet sie ihn gegen 13.30 Uhr Ortszeit leblos in Graceland auf dem Boden seines Badezimmers. Aufgeregt holt sie Bodyguard Joe Esposito zur Hilfe. „Ich drehte Elvis herum und wusste, er ist tot“, erinnert er sich. Doch Fans überall auf der Welt sind sich bis heute einig: Noch nie hat jemand mit einer Diagnose so sehr daneben gelegen wie Esposito. Denn Mythen können nicht sterben.

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