Album des Lebens: Guns N‘ Roses – APPETITE FOR DESTRUCTION

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Album des Lebens: Guns N‘ Roses – APPETITE FOR DESTRUCTION

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guns_n_roses_-_appetite_for_destructionIn der Rubrik „Album des Lebens“ stellen unsere CLASSIC ROCK-Autoren die Platte vor, die ihr Leben für immer verändert hat…

Ein beschissener Musikgeschmack ist traurig, das gebe ich zu. Wirklich tragisch dagegen ist es aber, einen Musikgeschmack mit den Helden Guns N‘ Roses an oberster Spitze im so prägenden Alter von 14 Jahren zu entwickeln, und dann erkennen zu müssen, dass man es einfach verpasst hat. Was? Einfach alles, was jemals wirklich gut war! Warum? Weil es verdammt nochmal 1999 ist!

Jetzt sitze ich also da in meinem Jugendzimmer im oberbayerischen Dorf – das Schlagzeugüben in Mutters Keller wäre vor Kurzem beinahe dem deutlich interessanteren Abhängen mit den „anderen“ am Dorfweiher zum Opfer gefallen – mit dieser CD in der einen Hand und dem Discman meiner großen Schwester in der anderen und ich weiß wieder, was ich wirklich werden will: Rockstar! Ich will Axl, Slash, Izzy, Duff und Steven werden!!! (Ja, damals konnte die Vorstellung, ein durchgeboxter Drogensack in der Gosse West Hollywoods zu sein, tatsächlich das Nonplusultra eines jugendlichen Lebenstraumes bedeuten.)

Diese 54 manischen Minuten vom wohl gefährlichsten Anfangs-Riff der Rockgeschichte von ›Welcome To The Jungle‹ bis zum letzten süßen Ton von ›Rocket Queen‹ sind der Auftakt eines bittersüßen Segens für mein Leben. Die Comicfigur-artigen und doch so weltlichen Charakteren in Guns N‘ Roses und ihr APPETITE FOR DESTRUCTION hatten eine dermaßene Anziehungskraft auf mich, dass ich nie mehr auf die Idee gekommen wäre, die Drumsticks niederzulegen. Ganz im Gegenteil: Ein Leben ohne Musik wäre gar nicht mehr denkbar gewesen.

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