Was hört die Redaktion? – Januar/Februar 2017

01 Ryan Adams
›Shiver And Shake‹

Vor einem neuen Album von Ryan Adams fragt man sich immer: Wird’s ein Akustikalbum (vgl. HEARTBREAKER/LOVE IS HELL) oder macht er die Verstärker an (vgl. ROCK’N’ROLL oder GOLD)? PRISONER ist quasi der Mix, denn thematisch geht’s ausschließlich ums gebrochene Herz und die Hölle der Liebe, aber die Gitarren sind elektrisch.

02 The Band
›The Weight‹

last waltzDer schwelgerische Folkrockklassiker, geschrieben von Robbie Robertson, hat seit den 60ern nichts von seiner Faszination verloren. Der Song findet sich sowohl auf Robertsons neuer Karriererückschau TESTIMONY, als auch auf der Jubiläumsedition von „The Last Waltz“, dem Abschiedskonzert von The Band.

03 The Beatles
›Tomorrow Never Knows‹

50 Jahre REVOLVER! Wie irre, fantastisch wahnsinnig die Errungenschaften waren, die zu SGT. PEPPER führten, zeigt der Multi-Multi-Track am Ende des Meilensteinalbums.

04 Black Star Riders
›When The Night Comes In‹


Anfang Februar eröffnen die Iren das Feuer. Mit HEAVY FIRE veröffentlichen die ehemaligen Thin-Lizzy-Musiker ihr drittes Album unter dem Namen Black Star Riders. Wie schon bei den vorherigen Kompositionen steckt aber auch hier richtig viel Thin Lizzy drin. ›When The Night Comes In‹ erinnert nostalgisch an ›The Boys Are Back In Town‹ und ›Jailbreak‹.

05 Kate Bush
›Under Ice‹

Wir werden uns nie verzeihen, nicht live dabeigewesen zu sein. Und uns weiter eine DVD zu diesem Jahrhundertereignis wünschen. Doch auch das Tondokument verzaubert und entführt uns in die einzigartige Atmosphäre der Bühnenrückkehr dieser Ausnahmekünstlerin.

06 Crowded House
›Never Be The Same‹

Eine dieser Bands, die nie ein großes Buhei um sich gemacht hat – aber wenn man hinhört, entdeckt man Songwriting auf der Schwelle zur Genialität. Die große Retrospektive der neuseeländisch/australischen Erfolgsgitarrenband der 80er/90er ermöglicht uns, nicht nur ihre größten Hits, sondern auch übersehene Albumtracks wieder zu würdigen.

07 Bob Dylan
›Leopard-Skin Pill-Box Hat‹

bob dylan royal albert hallDie jetzt veröffentlichten Mittsechziger-Aufnahmen Dylans aus London (THE REAL ROYAL ALBERT HALL 1966 CONCERT!) zeigen das Genie auf der Höhe seiner Kunst. Der coolste Krach, der sich denken lässt, wie auf diesem überbordend-elektrischen Bluestrack vom Album BLONDE ON BLONDE.

08 Georgie Fame & The Blue Flames
›In The Meantime‹

Mit Hammond-Orgel, schneidigen Bläsern und coolem Beat konnte man Mitte der 60er-Jahre Britanniens Mods auf die Tanzfläche lotsen. Aber derart lässig groovender Soul-Pop-Jazz-R&B macht auch heute noch Spaß. Nachzuhören auf der aktuellen CD-Box SURVIVAL – A CAREER ANTHOLOGY.

09 John Garcia
›Gardenia‹

Kann Stoner Rock auch unplugged funktionieren? Erstaunlicherweise ja, wie Wüstengott und Ex-Kyuss-Frontmann John Garcia auf seinem neuen Akustikalbum ziemlich eindrucksvoll unter Beweis stellt.

10 Green Buzzard
›Do You Ever Glow‹

Sydney ist das neue Manchester, keine Frage. Mit Green Buzzard verbreitet eine weitere Band Früh-90er-Vibes zwischen Shoegaze-Gitarren und Oasis-Rock’n’Roll.

11 Guns N‘ Roses
›Estranged‹


Sie kommen! … Neben Hannover auch ins Olympiastadion München, wo am 26. Juni 1993 die eindrucksvollen Live-Sequenzen zum Kult-Video des UYI-Epos entstanden.

12 Mother Love Bone
›This Is Shangrila‹

Der Opener ihres Debüts APPLE hat auch nach 26 Jahren nichts von seinem frechen Charme verloren. Schöner 80er-Rock mit einem Hauch Crossover. Schade, dass es diese großartige Band nur so kurz gab.

13 Pretenders
›Alone‹

Als wäre die Zeit stehengeblieben, schafft es Black-Keys-Mastermind Dan Auerbach, die Magie und lässige Unbeschwertheit der Anfangstage zu beschwören. Tolle Platte.

14 R.E.M.
›Radio Song‹


Auch 25 Jahre nach OUT OF TIME ist der ›Radio Song‹ noch frisch und aktuell. Und ganz besonders eines: ein riesiger Ohrwurm!

15 The Rolling Stones
›Hoo Doo Blues‹

Einer der vielen Knaller der hochgelobten neuen Stones. Im Original von Lightnin‘ Slim aus dem Jahr 1957. Jagger muss gesanglich alles geben. Er bekommt es fast hin, was in diesem Fall auch eine starke Leistung ist.

16 Rush
›2112‹

Dieses wundervolle, über 20 Minuten andauernde, mehrteilige Songepos feiert seinen 40. Geburtstag und ist nach vier Dekaden immer noch genauso beeindruckend wie am Anfang.

17 Status Quo
›(April) Spring, Summer And Wednesdays‹


Erweisen wir Rick Parfitt die Ehre! Denn im Telecaster-Duett mit Francis Rossi und als Harmoniesänger am Mikro verdanken wir ihm so wunderbar geradlinige Rocker wie diesen hier. Und noch ein paar mehr…

18 Type O Negative
›Everyone I Love Is Dead‹

Jeff Wagners äußerst lesenswerte Biografie über Peter Steele ließ uns mal wieder die alten Type-O-Nummern anklicken – und bis heute hat niemand diese köstliche Mischung aus Metal, Pop, Goth, Melodie, Sarkasmus, fettem Sound und Augenzwinkern besser hingekriegt. Nicht mal annähernd.

19 Hank Williams
›Honky Tonk Blues‹

hank williamsDer Song zum „Rock-Mythos“ dieser Ausgabe: Der Hillbilly-Shakespeare in bestechender Form – und mit einer Moritat über die Versuchungen der großen Stadt.

20 Neil Young
›Peace Trail‹

neil young peace trailDas melodisch-nachdenkliche Titelstück von Youngs neuester Protestplatte. „Ain‘t taken my last hit yet“, macht der 71-jährige Rebell klar. „I know that things are different now/I see the same old signs/But something new is growing.“ Es bleibt Hoffnung, auch in schwierigen Zeiten.