Vorspiel: Kopek

Schneller Ruhm ist nicht das Metier von Dan Jordan und seiner Band Kopek. WHITE COLOR LIES mag das Debütalbum der Iren sein, doch niemand kann ihnen vorwerfen, übereilt ein unausgegorenes Produkt auf den Markt zu werfen die Anlaufphase betrug satte zehn Jahre. „Wir wollten erst mal unsere Fähigkeiten verbessern, unser Talent zu etwas Feinschliff verhelfen, bevor wir unsere erste Platte aufnehmen. Also tourten wir jahrelang durch die Welt und verdienten uns unsere Sporen. Es war uns wichtig, dass wir absolut bereit waren, unser Bestes zu geben, als die Zeit gekommen war, ins Studio zu gehen!“

Ein bewundernswertes Arbeitsethos, das sich ausgezahlt hat, denn niemand würde auf den Gedanken kommen, WHITE COLLAR LIES sei ein Debüt. Mit sicherer Hand liefern Kopek eine süffig süchtigmachende Rockgranate nach der nächsten ab, wandeln selbstbewusst durch alle Strömungen härterer Gitarrenmusik der letzten 40 Jahre, mixen Grunge- Elemente mit Sleaze, Stonerrock, Glam und einer großen Portion 70s-Led Zep-Groove, um ein zeitloses Gebräu von unleugbarer Potenz zu kredenzen. Mit ›Love Is Dead‹ ist mindestens ein Hit darunter, der, nach ersten Erfolgen in der nordamerikanischen Radioland- schaft, den Weg zu weltweiter Anerkennung ebnen dürfte.

Was nicht nur in musikalischer Hinsicht ein Gewinn wäre, denn Dan hat nicht vor, mit inhaltsleerem Gepoltere berühmt zu werden. Wie schon der Titel (in etwa „Lügen der Oberschicht“) andeutet, wird hier mit Botschaft gerockt. „Ja, wir werden immer wieder belogen von denen, die am Ruder sitzen. Das Thema bewegt mich schon immer, also muss ich mich dazu äußern. Die Dinge in unserer Gesellschaft sind so gewaltig schief gelaufen, dass es niemand leugnen kann. Aber alle sind so apathisch, dass sie glauben, nichts ändern zu können. OK, ich bin nicht so naiv, zu glauben, eine Band können etwas bewegen. Aber ich glaube an die Kraft der Musik: Sie kann viele völlig verschiedene Menschen einen und für eine Sache mobilisieren. Diese Hoffnung habe ich nicht aufgegeben.“ Hauptsache, es vergehen nicht weitere zehn Jahre bis zur nächsten Kopek-Platte!