Vorspiel: H-Blockx

Kurz und knapp HBLX heißt das mittlerweile siebte Studioalbum der größten Crossover-Kapelle, die Deutschland in den neunziger Jahren zu bieten hatte. Seit zwei Jahrzehnten gibt es jetzt die H-Blocks. Für einige Zeit ging man sich aus dem Weg. Dennoch war die Band nie aufgelöst. Nun fanden sich die H-Blockx wieder zusammen und besonnen sich auf ihre Wurzeln. Das drückt auch der auf den ersten Blick etwas kryptische Albumtitel aus. HBLX war die Abkürzung, mit der sie in den Anfangstagen ihre Tonbänder beschrifteten. Im Interview mit CLASSIC ROCK zeigt sich Sänger Henning Wehland nachdenklich und euphorisch zugleich.

„Ich glaube, dass es schon viele Leute gibt, die von der Platte überrascht sein werden“, freut sich Wehland über eine ganz neue Seite seiner Band. „Wenn ich dieses Album aus der Sicht eines Fans betrachte, denke ich mir: Scheiße, so hätten eigentlich alle Platten klingen müssen.“

Besonderen Wert legen die Blx darauf, zu betonen, wie niedrig ihre Erwartungen an mögliche Verkäufe von HBLX sind. „Die Erfahrungen der letzten 20 Jahren haben mir gezeigt, dass man eine Platte wie TIME TO MOVE, die eineinhalb Jahre in den Charts ist und sich 800.000 mal verkauft, schwer zu wiederholen ist. Wenn das passieren sollte, wäre das natürlich mega. Wenn es nicht klappt, kann ich auch damit umgehen.“

Egal, wie es nun kommen mag, für Henning Wehland zählt besonders eins: „Es ist ganz klar eine Platte, auf die ich stolz bin.“ Und so blickt Wehland auch gerne auf die kommenden Monate: „Wir haben jetzt einen langen Festival-Sommer vor uns. Unsere Tour ist geplant. Ich finde, das hat jetzt alles Hand und Fuß und alle haben das Gefühl, da geht wieder was.“

Auch wenn sich die vier Münsteraner ab und an in persönlichen Konflikten verloren hatten, war die Bühne der Ort, an dem sie sich wieder zusammenrauften. „Live waren die H-Blockx immer eine Bank. Des- halb freue ich mich umso mehr über das neue Material, weil es sich live so gut umsetzen lässt.“

HBLX hat Tinte, Gudze, Steddy und Henning in neuen Schwung versetzt. So lässt Wehland dann auch verlauten: „Ein ‚Wir lösen uns auf und spielen unsere letzte Tour‘ wird es bei uns nie geben. Das Potenzial immer weiter zu bestehen ist bei uns da. Ich kann mir sogar vorstellen, noch in diesem Jahr nochmal ins Studio zu gehen.“

 

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