Titelstory: Van Halen – Die Rock´n´Roll Piraten

Wieso hast du nie geheiratet?
Weil Sänger in einer Rock’n’Roll-Band zu sein und auf Familie zu machen, einfach nicht zusammenpasst. Du musst leben, was du singst. Und das habe ich immer getan.

Also eine Art Berufskodex?
Ja. Natürlich hatte ich längere und feste Beziehungen. Und ich war auch ein paar Mal kurz davor, den Schritt zu machen. Einfach weil ich dachte, ich hätte die Richtige getroffen. Nur im letzten Moment habe ich dann doch immer einen Rückzieher gemacht – weil bei mir plötzlich die Alarmglocken schrillten. Und ich bin froh, dass ich darauf gehört habe. Wer weiß, was sonst aus mir geworden wäre.

Wenn es nicht mehr wilde Gelage mit willigen Blondinen sind – wie sieht dann deine gegenwärtige Freizeitgestaltung aus?
Ich weiß, es klingt vielleicht etwas komisch, aber ich befasse mich mit Hundetraining – professionellem Hundetraining. Was man eigentlich gar nicht erklären kann – schon gar nicht den Leuten in Amerika, die mich ständig fragen: „Was machst du so?“ Wenn ich denen das zu erklären versuche, ist das in etwa so wie damals, als der Fußball nach Amerika kam – Soccer, wie wir es nannten –, und keiner hatte einen blassen Schimmer, was das für eine seltsame Sportart sein sollte. Mit Hundetraining ist es dasselbe. Und auch die Fliegerei – mein anderes Ding – ist nicht gerade das, was dem normalen Bild eines Rock-Sängers entspricht.

Das ist alles immerhin nicht so gefährlich wie Bergsteigen, was du in den 80ern betrieben hast, es unterstreicht aber immer noch dein Faible für Freiluftaktivitäten…
Ja, der Himmel sollte mich mittlerweile kennen. Und seien wir ehrlich: Das Leben eines Künstlers spielt sich eigentlich nur in geschlossenen Räumen ab – gerade jetzt, da sich das Meiste von dem, was wir im Bezug auf Film, Grafik und Text tun, am Computer passiert. Insofern hält dich schon ein simpler Flatscreen, an dem du arbeitest, von der Begegnung mit der Natur ab. Was für eine ähnliche Trennung sorgt wie bei Ying und Yang.

David Lee Roth, der Naturbursche?
Eher der Künstler, der weiß, was gut für ihn und für andere ist. Ich kann nur sagen: Ihr möchtet mich nicht erleben, wenn das nicht so wäre. (lacht)