Review: The Who – THE POLYDOR SINGLES 1975 – 2015

who polydor singlesLong live Rock: die finalen 15 Singles der umfangreichen 45er-Werkschau.

Mit THE POLYDOR SINGLES 1975 – 2015 endet die Werkschau der seit 1964 erschienenen 45er des Quartetts aus Shepherd’s Bush: Nachdem The Who 1974 dem acht Jahre zuvor von ihren Managern Kit Lambert und Chris Stamp gegründeten Label Track Records den Rücken gekehrt hatten, unterzeichneten sie weltweit (bis auf die USA, wo sie bei MCA blieben!) einen Vertrag mit Polydor. Als Ausdruck ihrer nicht gerade stärksten Kreativphase erweisen sich die 15 Singles im Hartkarton: Aus dem Soundtrack TOMMY, nach dem Original und der Orchesterfassung schon die dritte Auswertung der Story um den flippernden „Deaf, dumb and blind boy“, stammen passable Versionen von ›Listening To You‹/›See Me, Feel Me‹ mit ›Overture‹ auf der B-Seite. Ausgezeichnet hingegen sind die nach zwar erprobtem, aber dennoch originell variiertem Who-Konzept auf den Weg gebrachten Auskopplungen ›Long Live Rock‹ (von der Raritätensammlung ODDS & SODS), ›Squeeze Box‹ (THE WHO BY NUMBERS) sowie der Titelsong der 78er-LP ›Who Are You‹. Auf Augenhöhe mit dem Original befand sich auch der von John Entwistle getätigte Remix von ›5.15‹ vom Soundtrack QUADROPHENIA (1979). Mit dem Auszug ›You Better You Bet‹ aus FACE DANCES gelang der nach Keith Moons Tod um Kenney Jones ergänzten Truppe 1981 die finale UK-Top-Ten-Platzierung. Der Nachfolger ›Don’t Let Go The Coat‹ aus dem gleichen Werk schwächelte ebenso wie das allzu gewollte ›Athena‹ und das discohafte ›Eminence Front‹, beide aus IT’S HARD (1982). Aus Konzertmitschnitten und Material der Glanzzeit rekrutierten sich das Isley-Brothers-Cover ›Twist And Shout‹ mit ›I Can’t Explain‹ auf der B-Seite, ›Won’t Get Fooled Again‹ sowie eine EP (›Join Together‹, ›I Can See For Miles‹, ›Behind Blue Eyes‹). Reichlich manieriert auch ›Real Good-Looking Boy‹ (2004), die EP ›Wire & Glass‹ (2006) und ›Be Lucky‹ (2014).

The Who
THE POLYDOR SINGLES 1975 – 2015
POLYDOR/UNIVERSAL
7/10