The Dictators NYC: München, Garage Deluxe (14.08.2016)

Die wichtigen Dinge im Leben

Ausdauer ist angesagt. Und das nicht nur, weil The Dictators NYC schon länger nicht mehr in München waren. Sondern auch, weil sie erst gegen 23.00 Uhr loslegen. Das jahre- und stundenlange Warten hat sich aber gelohnt! Nach einer lokalen Vorband und den Franzosen von Shut Up! Twist Again – eher unpunkig in kurzen Hosen – betritt eine echte Kulttruppe die Bühne in der Garage deluxe. Die hochkarätig besetzte Band um Handsome Dick Manitoba weiß dabei sehr wohl um ihren Kultstatus. Der Sänger verweist nur zu gerne auf das Erscheinen des ersten Dictators-Albums im Jahr 1975 vor den Ramones. Er weiß aber auch um den geringen kommerziellen Status, denn „die Scheibe verkaufte sich überhaupt nicht“. Natürlich kommen Nummern von besagtem GO GIRL CRAZY wie ›The Next Big Thing‹ und ›Two Tub Man‹ zum Einsatz und bringen Stimmung in die Bude. Auch die alten Herren auf der Bühne haben Spaß und propagieren die wichtigen Dinge des Lebens. Wie ›Pussy And Money‹, das mit einer Schimpftirade auf Donald Trump eingeleitet wird und das Bekenntnis zur Live-Musik in Gestalt des Gassenhauers ›Who Will Save Rock And Roll?‹. Der New Yorker Pre-Punk kommt kraftvoll auf den Punkt und passt perfekt in den Club. Die Allstar-Truppe, darunter Ex-Manowar-Gitarrist Ross The Boss und sein Saiten-Kollege Daniel Rey, der seinerzeit viel mit den Ramones zusammenarbeitete, rockt zwar nur eine gute Stunde, aber die hat es in sich. Nach vielen eigenen Krachern beschließen The Dictators NYC – das NYC wurde früher noch nicht im Namen geführt – um kurz nach Mitternacht ihre zackige Show stilgerecht mit ›Kick Out The Jams‹ der Proto-Punk-Kollegen MC5. Cool und kultig, kann man da nur sagen!