Review: The Besnard Lakes – A COLISEUM COMPLEX MUSEUM

Besnard lakes A Coliseum coverPsychedelic-Rock mit Seeblick.

Man muss Jace Lasek and Olga Goreas beneiden. Nicht unbedingt, weil ihre Ehe bereits einige Jahre hält. Sondern vor allem, weil die beiden im Gespräch und auf der Bühne tatsächlich wie eine echte Einheit wirken. Zusammengehalten wird die Liebe durch eine gemeinsame ästhetische Empfindung: Das Paar transferiert die goldenen Jahre des Psychedelic-Rocks in die Jetztzeit. Die beiden sehen aus, als seien sie einem Bildband aus den frühen 70ern entsprungen. Jedoch hat man es hier nicht mit verstrahlten Nostalgikern zu tun, sondern mit sorgfältigen Bewahrern einer analogen Klangkultur. A COLISEUM COMPLEX MUSEUM ist das fünfte Album der kanadischen Band; die letzte Platte UNTIL IN EXCESS, IMPERCEPTIBLE UFO zählte zu den heimlichen Meisterwerken des Jahres 2013. Im Vorfeld zum Nachfolger haben sich Jace Lasek and Olga Goreas wie gewöhnlich für ein paar Tage an den namensgebenden Besnard Lake in der kanadischen Provinz Saskatchewan zurückgezogen. Kurzzeitig bedrohten Waldbrände die Camping-Idylle, was die herausfordernde Idee ins Spiel brachte, der Teufel wolle die Besnard Lakes auf die Probe stellen. Doch sie ließen sich nicht zu einem musikalischen Exorzismus hinreißen: Die Songs kombinieren hallgetränkten Gitarrenrock mit Beatles-Harmonien, hier und da vermisst man allerdings interessante Wendungen oder Experimente. Das beste Stück heißt ›Golden Lion‹ und vermittelt einen Eindruck davon, wie Fleetwood Mac ohne Kokserei und Betrügerei geklungen hätten.

The Besnard Lakes
A COLISEUM COMPLEX MUSEUM
JAGJAGUWAR/CARGO
7/10