Ten Years After: Willkommen zurück

Ten Years After im Jahr 2017Nach einer fast zehnjährigen Pause und großen Veränderungen kehren Ten Years After mit einem beeindruckenden neuen Album zurück.

Seit ihrem Album von 2008 hat sich einiges getan. Frontmann Joe Gooch und der Original-Bassist Leo Lyons sind ausgestiegen, außerdem musste die Band noch den Tod von Alvin Lee, ihrem einstigen Sänger und Gitarrenhelden, verkraften. Dessen Vermächtnis liegt nun in den Händen der Neuzugänge Marcus Bonfanti (Gitarre/Gesang) und Bassist Colin Hodgkinson sowie den Gründungsmitgliedern Chick Churchill (Keyboards) und Ric Lee (Schlagzeug). Der wuchtige Hybrid aus Hardrock und jazzigem Blues ist aber glücklicherweise immer noch intakt auf dem herausragenden neuen Werk A STING IN THE TALE. Schlagzeuger Lee klärt auf.

Dies ist das erste Studioalbum mit dem neuen Line-up.
Es ist vier Jahre her, dass Marcus und Colin eingestiegen sind, und wir sind jetzt viel besser eingespielt. Zuerst machten wir eine Live-Platte [THE NAME REMAINS THE SAME, 2014], um die Leute wissen zu lassen, dass wir ein neues Line-up haben, und auch, weil Chick und ich den Hut ziehen wollten vor dem Erbe, das Alvin uns hinterlassen hatte.

Wie habt ihr das Songwriting auf der neuen Platte aufgeteilt?
Wir beschlossen, es durch vier zu teilen. Marcus wurde zum Dreh-und-Angelpunkt. Ich fuhr nach London und schrieb mit ihm, dann taten Colin und Chick dasselbe.

Was hat Marcus Bonfanti in die Band eingebracht?
Er ist ein großartiger Frontmann. Als Leo und Joe ausstiegen, fragte ich Chick, ob er weitermachen wolle. Er sagte: „Lass uns fortfahren. Wenn wir die richtigen Leute bekommen, könnten wir viel erreichen“. Eine Weile lang hatten wir ganz schön zu kämpfen, aber letztlich fand ich Marcus. Er hatte diese enorme Bühnenpräsenz. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Danach bat ich ihn, Demos von ›I‘m Going Home‹ und ›Love Like A Man‹ aufzunehmen. Zwei Tage später waren die mp3s in meinem Posteingang.

Wirft Alvin immer noch einen Schatten auf Ten Years After?
Ich glaube, es war schwieriger, als Joe damals zu uns stieß. Marcus hat schon mit so vielen Leuten gearbeitet – mit Chuck Berry, Van Morrison, Paul Jones, PP Arnold. Ich denke, er geht da ziemlich unbeeindruckt ran. Er wurde mehr oder weniger mit derselben Musik groß wie Alvin, da gibt es also dieselbe Affinität. Und wir verstehen uns alle blendend.

Beim Original-Line-up gab es reichlich Spannung.
Die Reibung zwischen Leo und Alvin war aber auch etwas, das uns funktionieren ließ. Unser damaliger Tourmanager Derek Sutton war später als Berater bei „This Is Spinal Tap“ tätig. Er sagte mal zu mir: „Verdammt, diese beiden! Kriegen sich immer in die Haare. Wie erträgst du das nur?“ Ich antwortete: „Ich bin eigentlich nur ein Stoßdämpfer“. Dieses Zitat wurde dann im Film verwendet.