Soundgarden – THE CLASSIC ALBUM SELECTION

soundgardenSoundgarden kompakt: vier Albumklassiker und ein Konzertmitschnitt.

Wenn sich ehemalige Rock-Olympioniken wiedervereinen, bleibt der wahre Trennungsanlass zumeist ebenso im Nebulösen wie der Grund für das neuerliche Durchstarten. Interne Streitigkeiten über kreative Ausrichtung, heißt es zumeist. Auch im Falle von Soundgarden lauten so die offiziellen Statements. Seit 2010 versuchen sich die Grunge-Pioniere aus Seattle wieder am Wir-Gefühl. Zeit also, um sich einen Rückblick mit der exklusiv nur in Europa erhältlichen 5-CD-Box THE CLASSIC ALBUM SELECTION im Mini-LP-Format mit Ausklappcover zu gestatten. Ausgeklammert bei der Werkschau bleiben sowohl der Erstling Ultramega OK! sowie diverse EPs und Singles für Sub Pop. Nicht mehr ganz so zügellos und ungestüm geben Soundgarden 1989 auf A&M ihren Major-Einstand: LOUDER THAN LOVE vereint Unausgegorenes mit Signifikantem wie ›Hands All Over‹ und ›Loud Love‹. Gitarrist Kim Thayils Black-Sabbath-Fixierung passt nahtlos zu Frontmann Chris Cornells Robert-Plant-Impressionen. Mit BAD-MOTORFINGER liefert das nach Hiro Yamamotos Ausscheiden nun durch Bassist Ben Shepherd und Schlagzeuger Matt Cameron komplettierte Quartett 1991 den ersten Klassiker: Durchweg hochwertige Songs meistern die schmale Gratwanderung, gleichzeitig experimentell und eingängig den Hörer in den Bann zu ziehen. ›Rusty Cage‹, ›Outshined‹, ›Room A Thousand Years Wide‹ und ›Jesus Christ Pose‹ avancieren dank Videoclips zu MTV-Favoriten. ›Face Pollution‹ hat Energie für zehn, ›Slaves & Bulldozers‹ kriecht in Zeitlupe ins Gehirn und ›Searching With My Good Eye Closed‹ gibt einen Vorgeschmack auf jenes Nachfolgewerk, das drei Jahre später den weltweiten Durchbruch markiert: SUPERUNKNOWN, raffiniert plakativ und facettenreich produziert von Michael Beinhorn, entwickelt sich dank Singleauskopplungen ›Black Hole Sun‹, ›Spoonman‹, ›The Day I Tried To Live‹, ›My Wave‹ und ›Fell On Black Days‹ zum Multiplatinsegen, der weit über den Grunge-Tellerrand hinausblickt. Ein Meilenstein im Doppelalbumformat, der auf hoher Note mit der Gänsehautballade ›Like Suicide‹ endet, parallel aber Soundgarden unter Erfolgsdruck und vor ein kaum lösbares Dilemma stellt: Was soll folgen? DOWN ON THE UPSIDE bemüht sich 1996 zwar redlich, doch kann in Sachen Verkaufszahlen nicht so recht mithalten. Ein wenig schwerfällig, doch nicht ohne Charme funktionieren ›Pretty Noose‹, ›Burden In My Hand‹ und ›Blow Up The Outside World‹. ›Ty Cobb‹ vereint Punkwurzeln mit Cowboy-Banjo. Aus gleicher Ära stammt der Konzertmitschnitt LIVE ON 1–5 mit Coverversionen von ›Helter Skelter‹ der Beatles und ›Search And Destroy‹ von den Stooges – 1996 an der Westküste aufgezeichnet, aber erst 2011 offiziell erschienen.

LOUDER THAN LOVE 7
BADMOTORFINGER 9
SUPERUNKOWN 10
DOWN ON THE UPSIDE 8
LIVE ON 1–5 5