Sons of Liberty

Sons Of Liberty 2010 (2)Mit seinem Soloprojekt SONS OF LIBERTY sagt Iced Earth-Boss JON SCHAFFER der Fi-nanzwelt den Kampf an. Sein Vorwurf: Politiker sind nur noch willenlose Marionetten eines internatio-nalen Bankenkartells.

Für Jon Schaffer ist die Welt, so wie wir sie kennen, in höchster Gefahr. Seiner Meinung nach übernehmen zurzeit konspirative Bankenkonsortien, zumeist ausgehend von Amerika, die Weltherrschaft und lassen Politiker seit Jahren nach ihrer Pfeife tanzen. „Barack Obama ist nur eine Marionette, er arbeitet für die gleichen Leute wie zuvor Bush und Clinton“, schimpft der amerikanische Musiker, der bisher als kreuzkonservativ und beileibe nicht als ein Systemkritiker galt. „Schlimmer noch: Bush hat all das in die Wege geleitet, was jetzt wie ein Tsunami über uns hereinbricht. Ein totalitäres System, in dem alles kontrolliert wird, die korrupte Politik, die Finanzen, die Medien. Man sieht bereits in Europa, wozu das führt: Griechenland ist Pleite, Spanien steht ebenso kurz vor dem Konkurs. Nur die Hochfinanz reibt sich die Hände.“

Klingt irgendwie nach George Orwell, nach einem Szenario, wie es dereinst in dem Literaturklassiker »1984« skizziert wurde. Schaffer ist sich sicher: „Wir müssen nicht mehr warten, ob Orwells Fiktion wahr wird, sie ist schon zur Realität geworden. Es gibt ein internationales Bankenkartell, das uns bereits manipuliert und kontrolliert.“

Starker Tobak, den der streitbare Musiker da vom Stapel lässt. Zu starker Tobak für seine Hauptband Iced Earth, von der und für die er lebt. Aber, so Schaffer, was gesagt werden muss, muss nun einmal gesagt werden. Deshalb hat er sich wie ein Getriebener seinen Frust von der Seele geschrieben, diese mit handfesten Metal-Klängen versehen und dem Projekt den historisch begründeten Namen Sons Of Liberty gegeben. Dessen Debüt BRUSH-FIRES OF THE MIND ist zwar kein Iced Earth-Album, aber eines, das stilistisch in guter Tradition zur US-Metal-Legende steht. Einen signifikanten Unterschied gibt es allerdings zu Iced Earth: Während Schaffer normalerweise seine martialischen Texte von einem angeheuerten Sänger interpretieren lässt, hat er seine gallige Politikschelte eigenhändig ins Mikrofon gebrüllt. Und siehe da: Der Mann ist nicht nur ein fabelhafter Songschreiber und Gitarrist, sondern auch ein passabler Metal-Shouter: „Ich konnte diese wütenden Botschaften nicht von jemand Anderem singen lassen, ich musste es selbst machen, um die Leidenschaft meiner Aussagen zu dokumentieren.“
Fast beschwörend warnt Schaffer auf BRUSH-FIRES OF THE MIND vor den Exzessen des Kapitalismus und sieht sich als Mahner, der nun plötzlich den von ihm immer schon befürworteten Waffenbesitz ganz anders legitimiert: „Wir brauchen Waffen natürlich auch, um uns vor Kriminalität zu schützen, vor allem aber als persönliche Sicherheit gegen eine aus allen Fugen geratene Regierung.“

Mit solchen Parolen wäre Schaffer im amerikanischen Kongress sicherlich ein provokanter Ab-geordneter. Aber in die Politik zieht es ihn sowieso nicht: „Ich bin viel zu wütend und zu wenig politisch korrekt. Ich sage unverblümt, was ich denke, und will zur Aufklärung beisteuern. Aller­dings: Falls es tatsächlich zu einem globalen Kollaps kommt, würde ich es mir noch mal überlegen.“

 

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