Review: Sixx:A.M. – MODERN VINTAGE

sixx amSixxperimentierfreude.

Das dritte Album der All-Star-Formation um Mötley Crües Nikki Sixx, dem Guns N‘ Roses-Ange-stellten DJ Ashba und Sänger James Michael, MODERN VIN-TAGE, ist das erste des Rock-Trios, das nicht begleitend zu einem selbstverfassten Buch von Sixx erscheint. Derart befreit vom ernsten inhaltlichen Rahmen, wollten sich Sixx:A.M. diesmal ihren musikalischen Wurzeln widmen. Die Inspirationsquellen erschließen sich einem nicht immer ganz eindeutig, weshalb MODERN VIN-TAGE eine abwechslungsreich heitere bis (unfreiwillig) komische Hard Rock-Platte geworden ist. Gewohnt dick, tadellos und stets mit einem Auge auf amerikanisches Radio-Airplay schielend produziert, spielen Nikki und Co. wirklich alles, worauf sie Lust hatten. Da wären die mit E-Drums aufgepeppten Opener ›Stars‹ und ›Gotta Get It Right‹, die schwer an Muse angelehnte, mit Syn-thies und Chören aufgepumpte Pathos-Blase ›Relief‹, die Stadionrock-Version des Imagine-Dragons-Dauernervers ›Radioactive‹, die bei Sixx:A.M. auf ›High On The Music‹ hört, sowie der 80s Soul-Popper ›Miracle‹. Endgültig zum Schmunzeln bringen einen die computerisierte Cover-Fassung des Cars-Liedes ›Drive‹ und eine naiv-sonnige Swing-Nummer namens ›Before It’s Over‹.