Sabaton – COAT OF ARMS

Sabaton-Coat-Of-ArmsDer Kampf mit dem schlechten Geschmack geht weiter.

Auch mit ihrem vierten Album bleiben unsere schwedischen Banger den bewährten Werten treu: Stampfender Power Metal wird mit choralen Passagen aufgepeppt, bleibt dabei melodisch-bieder und wird von Sänger Joakim Brodén mit einer derart kantigen, bellenden Intonation vorgetragen, dass das Ganze wie eine Mischung aus schwedischem Rammstein-Englisch und russischen Bahnhofsdurchsagen klingt.

Thematisch wird hier abermals der Streitkraft-Stiefel durchgezogen: Fast alle Songs beschäftigen sich (pseudo-)historisch mit berühmten Schlacht- und anderen Kriegs-Ereignissen der Menschheitsgeschichte. Extrem grenzwertig wird das vor allem bei ›The Final Solution‹ und ›Wehrmacht‹. Den Holocaust oder psychische Soldaten-Studien sollten plakative Power Metal-Bands vielleicht besser nicht lyrisch aufbereiten. Da ist man für den Rausschmeißer ›Metal Ripper‹, ein Zitat-Mashup von AC/DC bis Ozzy, fast schon dankbar. Er macht die Band zwar musikalisch auch nicht besser, verursacht jedoch wenigstens kein beschämtes Kopfschütteln. Tarn-Kutten-Kaspermucke für Metal-Martialisten, die mittelmäßige Musik mit Panzer-, Kriegs- und Stahlhelm-Symbolik für cool und männlich halten.