Richie Sambora – „Der Entzug rettete mich davor, ein Opfer zu sein.“

Richie Sambora 2012 (4)Bon Jovi-Gitarrist Richie Sambora war mehr als die Hälfte seines Leben süchtig – jetzt ist er clean und öffnet seine Seele auf seinem neuen Soloalbum. Hier beichtet er alles.

Alice Cooper, Ozzy Osbourne, Steven Tyler, Slash… die Liste der Oberliga-Rockstars, die in den Entzug gingen, krochen oder geworfen wurden, ist so lang wie die Rechnungen, die sie in ihren wilden Jahren in den Bars der Welt anhäuften. Als aber Richie Sambora im Entzug landete, hatten es nur wenige außer seinen engsten Vertrauten kommen sehen.

Mehr als 20 Jahre lang schien Samboras Leben idyllisch zu sein. Bei Bon Jovi Gitarre zu spielen, hatte ihn zum weltberühmten Rockstar und Multimillionär gemacht. Er war mit der einstigen „Denver Clan“-Schauspielerin und -Schönheit Heather Locklear verheiratet – für die promibesessenen Medien waren sie das Showbiz-Traumpaar. Und vielen Bon Jovi-Fans galt Sambora als der wahre Held der Band, der nicht nur mehr Talent als Jon Bon Jovi selbst hatte, sondern auch besser aussah.

Doch hinter den Kulissen zerfiel Richie Samboras Leben still und leise. Am 28. März 2008 wurden seine Probleme öffentlich gemacht. In Laguna Beach, in der Nähe seines Hauses in Kalifornien, wurde Sambora wegen Trunkenheit am Steuer seines Hummers festgenommen. Ebenfalls an Bord befanden sich seine zehnjährige Tochter Ava und ihre Freundin.

Drei Jahre vergingen, bis Sambora einlenkte und sich ein zweites Mal in den Entzug begab – diesmal mit Erfolg. Und während Bon Jovi ohne ihn weitermachten und für die 2011er US-Tour einen Ersatzgitarristen einstellten, konnte Sambora endlich seine Sucht nach verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln besiegen, die sieben Jahre zuvor begann, als er in der Dusche ausgerutscht war und sich den Arm gebrochen hatte. Seinen Alkoholismus, mit dem er schon seit Teenager-Zeiten kämpfte, bezwang er ebenfalls.

Dieser lange Genesungsprozess wurde zur Inspiration für Samboras neues Soloalbum AFTERMATH OF THE LOWDOWN, das seinen persönlichen Kampf in offenherzigen Songs wie ›Seven Years Gone‹ und ›You Can Only Get So High‹ dokumentiert. „Mit diesem Album“, sagt er, „lade ich meine Lebenserfahrung herunter. Und mehr als alles andere will ich einfach meine Geschichte erzählen.“