Reviews: Death Letters – Post-Historic

Pubertäre Identitätssuche.

Im Teenageralter komponierten Death Letters ihr erstes Album und erspielten sich den Ruf, einer der hoffnungsvollsten Newcomer der Niederlande zu sein. Auf das Gemisch aus Garagenrock und Blues des selbstbetitelten 2009er- Debüts haben Sänger/Gitarrist Duende Ariza Lora und Schlagzeuger Victor Brandt heute allerdings keine Lust mehr. Den viel zu großen Spuren von Oceansize, Cult Of Luna oder At The Drive-In folgend, winden sich die inzwischen 19-Jährigen auf POST- HISTORIC lieber durch einen Wust aus Alternative-/Indie Rock, Punk, Hardcore und Post-Rock. Mal hysterischchaotisch (›Your Heart Upside Down‹), mal in zerbrechlichen Welten schwebend (›A Room A Story A Beautiful Memory‹), wechseln Death Letters teils auch innerhalb eines Songs abrupt zwischen diesen Extremen hin und her (›Death Of The Sincere‹). Wenngleich die beiden Niederländer POST-HISTORIC als Erwachsenenausweis titulieren, gleicht die holprige Platte vielmehr einer pubertären Sturm-und-Drang-Identitätssuche. Ein Eindruck, den Loras nöliges Singen, Säuseln und gekünsteltes Schreien nur verstärkt.