Review: Will Varley – KINGSDOWN SUNDOWN

will varley albumKompromissloser als bisher.

Will Varley ist einer jener jungen britischen Folkmusiker, die ihre ganz eigene Nische gefunden zu haben scheinen. Während Frank Turner den sympathischen Akustik-Punk gibt und Kollege Beans On Toast für humorige Grotesken verantwortlich zeichnet, gilt Will Varley spätestens seit POSTCARDS FROM URSA MINOR vor genau einem Jahr als der Stille und Emp­findsame der jungen Singer/Songwriter-Riege. Diese Schublade füllt er jetzt erneut mit KINGS­DOWN SUNDOWN: Seine Inhalte sind zwar weitgehend gleich geblieben, noch immer besingt Var­ley schmerzliche Erfahrungen und die Düsternis in seiner Seele, etwa im herausragenden ›Let Your Guards Down‹. Andererseits widmet er sich einer kritisch subversiven Verarbeitung des aktuellen Weltgeschehens, beispielsweise in ›We Want Our Planet Back‹, in dem es darum geht, unseren Globus „great again“ zu machen. Musikalisch aber geht Varley auf KINGSDOWN SUNDOWN kompromissloser als bisher vor. In einem Kellerstudio unter einem Pub nahm er lediglich sich und seine Gitarre auf – ergänzt nur um vereinzelte Akkor­deonklänge, Streicherflächen und eine grollende große Trommel. Dabei entstanden elf Stücke, die einen manchmal gewollt schmerzhaft fallen lassen, wenn sie – wie ausgerechnet das Finale ›We Keep Making Plans‹ – einfach unangekündigt abbrechen.

7/10

Will Varley
KINGSDOWN SUNDOWN
XTRA MILE RECORDINGS/INDIGO