Review: The White Buffalo – DARKEST DARKS, LIGHTEST LIGHTS

White Buffalo Darkest Darks Lightest LightsLeidenschaftlich wuchtiger Roots-Rock für stürmische Zeiten.

In Zeiten, in denen Platten immer weniger Gewinn generieren und die meisten Künstler ihre Brötchen auf der Bühne verdienen, ist es natürlich klug, auch mit den Studiowerken die Energie und die Hingabe der Konzerte einfangen zu wollen. Auch The-White-Buffalo-Mastermind Jake Smith geht mit seiner inzwischen sechsten Platte diesen Weg und lässt dabei seine Vergangenheit ein Stück weit hinter sich. Statt auf klassisches Außen­seiter-Singer/Songwritertum im Geiste von Townes Van Zandt oder Steve Earle, das ihm in der Vergan­genheit mit Soundtrackbeiträgen zu „Sons Of Anar­chy“ oder „Californication“ Ruhm und Ehre eingebracht hatte, setzt er nun mit ordentlich Wumms und einem unvermindert kratzbürstigen Sound auf mehr Bandfeeling, mit dem er das gesamte Ameri­cana- und Roots-Rock-Spektrum abbildet, wenngleich er damit bisweilen alte Stärken etwas aus den Augen verliert. Denn seine neue Herangehensweise drängt die zuvor stets zentralen Storytelling-Texte etwas in den Hintergrund. Hörenswert ist es aber dennoch, wenn der Kalifornier mit dem rauen Bariton vom Auf und Ab und den emotionalen Extremen in stürmischen Zeiten singt und damit die titelgebenden DARKEST DARKS, LIGHTEST LIGHTS einfängt.

7/10

The White Buffalo
DARKEST DARKS, LIGHTEST LIGHTS
EARACHE/ADA-WARNER