Review: The Veils – TOTAL DEPRAVITY

veilsTheatralische Songs aus dem Herzen der Finsternis.

The-Veils-Fans aufgepasst, dass ihr eure Lieblingsband wiedererkennt! Na gut, so krass ist es nicht, aber getan hat sich schon so einiges seit TIME STAYS, WE GO von 2013. Wie nie zuvor bedienen sich die Londoner bei elektronischer Musik und HipHop, es sei das erste Mal gewesen, dass er „Loops und Sounds als Ausgangspunkt für einige Songs“ benutzt habe, erklärt Sänger Finn Andrews. Nicht ganz unbeteiligt daran: Freund und Co-Produzent El-P, eine Hälfte des Rap-Duos Run The Jewels. Kennengelernt haben sich die beiden Musiker in einer Bar in Los Angeles, in der Folge veredelte El-P die neuen The-Veils-Lieder – die dramatisch, dunkel und wuchtig geraten sind. Neben den genannten HipHop-Einflüssen dominieren düstere, kraftvolle Gitarren und Andrews schneidende, teils verzerrte Stimme. ›Iodine & Iron‹ und das geisterhafte ›House Of Spirits‹ sind majestätische Rocksongs, ›King Of Chrome‹ verfolgt einen zwielichtigen Trucker und ist in seiner Getriebenheit und seinem überzeichneten Wahnsinn natürlich auch irgendwie witzig. Apokalyptisch wird‘s in ›Here Come The Dead‹, wenn es heißt: „The sky is black/The moon is red/Here come the dead.“ Papst Johannes Paul II., L. Ron Hubbard, Ingrid Bergman und Steve McQueen treten auf. Auch wenn am Ende zwei ruhigere, eher atmosphärische Tracks stehen: TOTAL DEPRAVITY ist über weite Strecken ein hektisches Werk, dunkel, klaustrophobisch, ein verzweifeltes Ringen um Liebe auch, voll düsterer Romantik. Es braucht ein wenig, um Zugang dazu zu finden. Ist man erst mal drin, lassen einen diese Songs allerdings nicht so schnell wieder los.

7/10

The Veils
TOTAL DEPRAVITY
Nettwerk/Soulfood Music/Believe Digital