Review: The Isley Brothers & Santana – POWER OF PEACE

santana isleyLatin-Rock-Legende und Soul-Superstars inspirieren sich gegenseitig.

Die Isley Brothers hatten schon immer ein Händchen für Gitarristen: Bekanntlich spielte Jimi Hendrix auf ihrer 1964er-Single ›Testify‹. Die Zusammenarbeit mit Carlos San­tana, seiner trommelnden Ehefrau Cindy Blackman Santana sowie weiteren Mitgliedern der aktuellen Santana-Band ergab sich indes, als Ronald Isley 2015 auf SANTANA IV zwei Songs sang und eine erneute Kooperation beschlossen wurde. Binnen vier Tagen entstand ein Album, dem man die Spontaneität und Spielfreude anhört. Bis auf einen von der Schlagzeugerin geschriebenen Beitrag handelt es sich um Neuinterpretationen bekannter Stücke, etwa dem einst von Hendrix bearbeiteten ›Gypsy Woman‹ von Curtis Mayfield. Aber auch ein hierzulande wenig geläufiger Track wie die 1955er-Chorhymne ›Let There Be Peace On Earth‹ kriegt seinen Platz. Zudem finden sich Songs von Stevie Wonder, Marvin Gaye, Muddy Waters, Billie Holi­day und den Chambers Brothers. Allein diese Namen machen deutlich, dass das Album stilistisch ein breites Spektrum zwischen Soul, Funk, Latin, Rock und Jazz abdeckt, wobei die große Leistung darin besteht, dass sich Santana wie auch Ronald und Ernie Isley außerhalb ihrer jeweiligen Komfort-Zone bewegen. Anders als bei dem weniger inspirierten Coveralbum GUITAR HEAVEN (2010) von Santana faszinieren hier vor allem Vorstöße in jazzige Gefilde, während der 76-jährige Ronald Isley als Sänger im Wechselspiel mit den Gitarrenlinien noch einmal über sich hinaus wächst.

6/10

The Isley Brothers & Santana
POWER OF PEACE
COLUMBIA/SONY