Review: The Handsome Family – UNSEEN

handsome family unseenWüstenlyrik der Unsichtbaren.

The Handsome Family können wohl als die größten „Anti-Stars des Alter­native Country“ bezeichnet werden. Sie sind wie ein – wenn angestrahlt – glänzender Gold-Nugget, der aber in ewig tiefschwarzer Nacht unsichtbar bleibt. Dieses durchaus gewollte, ungreifbare Image der Eheleute Rennie und Brett Sparks aus Albuquerque, New Mexico, die im vergangenen Jahr mit der Wahl ihres Stückes ›Far From Any Road‹ zum Soundtrack der furiosen Erfolgs-US-TV-Serie „True Detectives“ mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson einen wahren Songwriter-Jackpot gezogen haben, verstärkt die mystische Aura, die ihre Musik seit mittlerweile über 20 Jahren umgibt. Mit ihrem zehnten Album UNSEEN setzen The Handsome Family jetzt ihre Tradition düsterer und bildgewaltiger Kompositionen mit Lyrik im Stil der Southern Gothic fort und stellt wie stets zuvor ihre Songs über den Interpreten. Wie ein tief in sich ruhender, allwissender Erzähler trägt Brett die von seiner Frau verfassten Texte solcher Epen wie der balladesken Gangster-Story ›Gold‹, des Shanty-artigen Klageliedes ›Gentlemen‹, des wüstenstaubtrockenen Schiebers ›King Of Dust‹ und des sehnsüchtigen Walzers ›Green Willow Valley‹ vor. Um die dazu passende, klanglich puristische Atmos­phäre zu er­­schaffen, verwenden die Sparks mit der Unter­stützung ihrer beiden Mitmusiker nichts weiter als eine rein klassische Instrumentierung, bestehend aus Gitarren, Bass, Schlagzeug, Pedal Steel und Autoharp. McConaughey hat wirklich Geschmack!

The Handsome Family
UNSEEN
Loose/Rough Trade