Review: The Devil Makes Three – REDEMPTION & RUIN

devil makes threeMut & Hochachtung.

Obwohl das Trio The Devil Makes Three seit seiner Gründung vor 14 Jahren stets die Position der kreativen, großen Erneuerer traditioneller amerikanischer Musik innehatte und stilistisch innovativ mit dem Blues, Bluegrass und Gospel aus den Vorjahren des zweiten Weltkriegs umging, lassen Pete Bernhard (Gesang, Gitarre), Lucia Turino (Kontrabass) und Cooper McBean (Gitarre, Banjo) jetzt tief in den musikalischen Schatz blicken, der sie erst zu diesen Vorreitern machte. Auf der thematisch zweigeteilten Cover-Platte REDEMPTION & RUIN stellen sie uns mit zahlreichen Gastmusikern ihre frühen Helden vor. Mit den ersten sechs legendären Kompositionen auf der sogenannten „Ruin“-Seite widmen sie sich inhaltlich den Abgründen und düsteren Verlockungen des Lebens. Die „Redemption“-Hälfte des Langspielers hingegen gibt dann doch noch Hoffnung auf Erlösung. Wider der klar getrennten irdischen und himmlischen Thematiken bewegten sich The Devil Makes Three musikalisch bei den Aufnahmen, die in bester Sun-Studio-Manier gemeinsam live in einem Raum eingespielt wurden, sehr frei und ohne übertriebene Ehrfurcht gegenüber ihren Idolen. So erklingen im Kern schwermütige und getragenere Stücke wie ›Drunken Hearted Man‹ von Delta-Blues-König Robert Johnson, ›Champagne And A Reefer‹ von Muddy Waters, das Folk-Traditional ›We Are Going Down The Valley‹ oder auch die ungleich jüngere Tom-Waits-Nummer ›Come On Up To The House‹ beschwingt und fußstampfend, als würden sie von einer Jug-Band der 30er Jahren stammen. Dem gegenüber stehen emotionale Höhepunkte voller Wehklagen, Reue und Buße wie ›Waiting Around To Die‹ von Townes van Zandt und ›Angel Of Death‹ von Hank Williams Sr.

8/10

The Devil Makes Three
REDEMPTION & RUIN
New West Records/PIAS/Rough Trade