Review: Sting – 57TH & 9TH

stingAn Englishman in New York – mal wieder.

Satte 13 Jahre sind seit Stings letztem Pop-Rock-Album (SACRED LOVE) ins Land gezogen. Und wir erinnern uns: Das war kein gutes, sondern ein eher bedenkliches Werk. Konkret: sein schlechtestes. Sting will wieder rocken heißt es im Vorfeld dieser Veröffentlichung. Wir sind gespannt, was den Herrn aus Newcastle nach über hundert Millionen verkauften Platten noch heiß laufen lässt, was ihn inspiriert. Flott geht es los mit der ersten Single ›I Can’t Stop Thinking About You‹ – lyrisch einfach, vieles reimt sich – leichte schöne Pop-Musik eben. Aber ein guter Einstieg. „We create the gods we can, gift them immortality“, philosophiert der Sänger in ›50.000‹, seine musikalische Antwort auf die ganzen toten Rockstars wie Prince, Bowie, Frey oder Lemmy, die in diesem Jahr bislang zu beklagen waren. Er erinnert damit auch an die eigene Sterblichkeit, an das Altwerden, was gerade im Beruf Rockstar unerwünscht ist. „Rock stars don’t ever die – they only fa­­­­de away“. ›Down Down Down‹, ein eher düster-grooviger-Midtempo-Track, beschäftigt sich mit dem Ende einer Beziehung und wie man dennoch etwas Positives und Aufbauendes aus so einer Misere ziehen kann. ›Petrol Head‹ erinnert fast an The Police und dürfte als härtester Sting-Song in die Geschichte eingehen. ›Heading South On The Great North Road‹ ist ein hübsch herbstlicher Folksong, lediglich begleitet von einer Akustikgitarre – Sting im Stile eines Märchen­onkels. ›If You Can’t Love Me‹ fährt im Erzähl-Stil fort, ›One Fine Day‹ ist eine dieser typischen Sting-Mid­tempo-Pop-Tralala-Nummern, die seine Solokarriere einst überhaupt erst ins Stocken brachten – unnötig. ›Empty Chair‹ kommt als Ballade, ist nicht seine beste, aber ein netter Rauswerfer. Sicherlich Stings gelungenste LP seit TEN SUMMONER’S TALES von 1993.

6

Sting
57TH & 9TH
INTERSCOPE/UNIVERSAL