Review: Status Quo – THE LAST NIGHT OF THE ELECTRICS

last night of the electricsElektrifizierter Abschiedsgruß.

Aufgenommen knapp zwei Wochen vor Rick Parfitts Tod im Dezember letzten Jahres, war beim Konzert in der Londoner O2-Arena bereits sein Nachfolger Richie Malone zugange. Ein kompetenter Ersatzmann, keine Frage, auch der Rest der Band inklusive Frontmann Francis Rossi liefert gewohnt solides Handwerk, was man nach Jahrzehnten im Business allerdings auch erwarten darf. Womit wir beim Kernpunkt angekommen sind: Das, was Status hier präsentieren, ist gut gemeint, zumal es eben noch immer jede Menge enthusiastische Fans gibt, die ›Down Down‹, ›Caroline‹, ›Roll Over Lay Down‹ und andere Crowd-Pleaser live von der Bühne hören wollen. Es ist, wie bereits angedeutet, auch gut gemacht, denn Herr Rossi und seine Mitstreiter wissen selbst­­verständlich, wie‘s geht. Es ist, wenn man ganz ehrlich ist, aber auch so überraschungsarm wie ein Sieg von Real Madrid in Bestbesetzung gegen irgendeine Kreisligamannschaft – man ahnt be­­reits bei Spielbeginn, was passieren wird.

Und genau das passiert dann auch. Was es nicht unbedingt einfacher macht, ein gerechtes Urteil zu fällen, weshalb wir uns diplomatisch aus der Affäre ziehen: Für Freunde der Boogie-Maschine, die beim eintausendzweihundertsechsundachtzigsten Anhören von ›Rockin‘ All Over The World‹ noch immer so begeistert sind wie beim ersten Mal, sind die 20 Stücke plus Audio-Mitschnitt aus Amsterdam vermutlich ein Fest. Wer der zweifellos verdienstvollen Band lediglich wohlwollend gegenübersteht, kann allerdings Abstand wahren.

6/10

Status Quo
THE LAST NIGHT OF THE ELECTRICS
EARMUSIC