Review: Sea – THE GRIP OF TIME

sea the grip of timeKlassischer als die Klassiker.

Es beginnt verhalten instrumental und geht in ganz großem Classic-Kino auf. Allein schon im Opener ›Rust‹ ist alles drin, was diese Band auch im weiteren Verlauf des Albums auszeichnet: Gitarren, Gitarren, nochmals Gitarren und Gesang und nochmals Gesang, inklusive drängender Grooves, Dramatik dank Tempo­wechseln und leichten Progressive-Anleihen. Die Dänen wuchten mächtigen Heavy Rock aufs Tapet, der teilweise sogar klassischer als die Vorbilder klingt. Kaliber wie frühe Iron Maiden, Deep Purple und vor allem Thin Lizzy – besonders die Trade­mark-Twin-Gitarren – sind allgegenwärtig. Wobei Sea meist etwas düsterer und dezent doomiger als die Altmeister rocken. Spannung herrscht dabei nicht nur über die komplette Spielzeit hinweg, sondern auch innerhalb der einzelnen Songs. Immer wieder gibt es kleine, manchmal unerwartete Spielereien – und natürlich Soli satt! Zum Ende wird mit ›The Stranger Within‹ in unterschiedlichen Geschwindigkeiten noch mal so richtig Vintage-Maiden-mäßig aufgetrumpft. Die Orientierung an den Großen des Genres wirkt dabei nie übertrieben, sie verleiht dieser Band vielmehr eigene Größe und dank der spielerischen und kompositorischen Finesse auch eine durchaus eigene Note. Nach neun Powertiteln geht es wie begonnen mit der 10. Nummer ›Sea‹ akustisch und ohne Gesang zu Ende. Was für eine Classic-Rock-Sause!

7/10

Sea
THE GRIP OF TIME
MIGHTY MUSIC/SOULFOOD