Review: Sam Outlaw – TENDERHEART

sam outlawNicht etwa gesetzloser Wildwest-Rock, sondern Wohlklang in Bakersfield-Tradition.

Sam Morgan hatte einen guten Job in einer Werbeagentur in Los An­­geles. Seine wahre Leidenschaft aber galt der klassischen Country-Music. Als seine Mutter, eine geborene Outlaw, früh starb, änderte er sein Leben, nahm zu Ehren seiner Mom deren Geburtsnamen an und widmete sich nur noch seiner Passion. Nicht der Lebenslauf, den man von einem Stetson-Träger namens Outlaw erwartet hätte, was? Nix da mit Wurzeln im ländlichen Süden, kein Vor­strafen­register. Sein Name mag Outlaw sein, aber der 34-Jährige ist kein räudiges Raubein. Geradezu glänzend poliert führt er auf seinem zweiten Album TENDERHEART fort, was er auf seinem gefeierten Debüt ANGELENO (2015) begann: Eine glasklare, samtene Musik, die Outlaw „SoCal-Country“ nennt, weil er sich auf den Bakersfield-Sound (Buck Owens, Merle Haggard, Gram Parsons) beruft. Für Qualität bürgt Outlaws Team, in dem sich u.a. Joachim Cooder (ja, Rys Sohn) die Americana-Experten Taylor Goldsmith (Dawes) und Bo Koster (My Morning Jacket) befinden. Das alles ergibt in der Summe einen Ohrenschmeichler auf enorm hohem Niveau.

7/10

Sam Outlaw
TENDERHEART
SIX SHOOTER/THIRTY TIGERS/ALIVE