Review: Rudi Protrudi – The Fuzztone: Raisin‘ A Ruckus

fuzztoneUnendliche Einblicke in ein Kleinkunstleben.

Ihr erstes Album LYSERGIC EMANATIONS schob Mitte der 80er Jahre die Vintage-Welle in der Sixties-Szene mit an. Die Fuzztones präsentierten einen wilden Retromix aus Garagenrock und Psychedelic, sie gaben Bands wie The Sonic oder den 13th Floor Elevators einen ganz neuen Resonanzrahmen. Kopf dieser Band ist Rudi Protrudi. Seit ein paar Jahren lebt der 63-Jährige in Berlin, jetzt ist er für 200 Seiten noch mal in sein vergangenes Leben eingetaucht. Aus alten Kisten hat er Fotos von und mit Blondie, den Dead Boys und den Cramps gezaubert, die Geschichten dazu stammen von Szenechronisten wie Crypt-Records-Macher Tim Warren oder alten musikalischen Weggefährten. Backstage-Fotos von Tourneen mit Leonard Cohen oder The Damned sind hier ebenso anzutreffen wie Nähkästchen-Anekdoten seiner frühen Powerbop-Combo Tina Pop. Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards äußerte sich einmal sehr wohlwollend über die Band, 1979 tourte sie im Vorprogramm der Misfits. Mit der sorgfältigen Pflicht eines Chronisten hat Protrudi ein buntes Panoptikum über sein Leben zusammengetragen, das manchmal allerdings ein bisschen zu eitel und selbstgefällig geraten ist, denn man darf ja nicht vergessen: Die Fuzztones waren nicht die White Stripes ihrer Zeit, sondern eine relativ unbekannte Band unter vielen.

The Fuzztone: Raisin‘ A Ruckus
VON RUDI PROTRUDI
Fanpro