Review: Rodney Crowell – CLOSE TIES

Autobiografisches vom Country-Songwriter.

„So I grew up hungry and I grew up hard/Took the streets and alleys for my own back yard“, macht Rodney Crowell im ›East Houston Blues‹ klar. Es geht um sein Leben, seine Jugend in Texas. Bereits mit elf Jahren spielte Rodney Crowell in der Band seines Vaters, mit gut 20 ging er in die Country-Hochburg, um Karriere zu machen. Auch davon erzählt er, diesmal in ›Nasville 1972‹, es geht um Helden wie Tom T. Hall oder Harlan Howard, die Protagonisten des „Old School Nashville“, und um Mitstreiter wie Steve Earle oder Townes van Zandt. CLOSE TIES ist eine sehr persönliche Platte geworden, eine über die eigene Ge­­schichte, über Alter, Reue, verlorene Liebe. Klassischer Country trifft dabei auf Folk und Heartland-Rock. Americana nennt Crowell seinen Sound, und der funktioniert besonders schön in den eher reduzierten Stücken. Im melodisch-melancholischen ›It Ain’t Over Yet‹ mit Rosanne Cash und John Paul White etwa, oder im Laidback-Sound von ›Forty Miles From Nowhere‹. ›I’m Tied To Ya‹, bei dem Sheryl Crow dabei ist, ist ein bisschen zu melodramatisch ausgefallen, ›Life Without Su­­sanna‹ vielleicht etwas arg eingängig (was mit der Zeit dann doch ein wenig nervt). Dennoch: Ein schönes Album, weit weg vom Plastikcountry, der sonst oft aus Nashville kommt.

7/10

Rodney Crowell
CLOSE TIES
PIAS/ROUGH TRADE