Review: Robyn Hitchcock – ROBYN HITCHCOCK

robyn hitchcock albumUnter eigener Flagge.

Stolze vier Dekaden und satte 20 Studioalben hat Robyn Hitchcock ge­­wartet, bis er ein selbstbetiteltes Album vorgelegt hat. Nummer 21 trägt nun diesen besonderen Titel, der gewöhnlich entweder fürs Solo-Debüt gewählt wird – oder für ein Album, mit dem sich ein Künstler besonders identifiziert. Es ist insofern sehr treffend betitelt, weil es in gewisser Weise einen Kreis für den in jüngster Zeit überwiegend akustisch arbeitenden 64-Jährigen schließt. Aufge­nommen in kompletter Bandbesetzung, zeigt es die vielen Facetten des Songwriters, der seine Karriere als Frontmann der Neo-Psychedelic-Band The Soft Boys in den 70ern begann. Brendan Benson nahm diesen schillernden Packen Musik zwischen 90er-Jahre-Brit-Rock, verhalltem Psychedelic-Rock, trockenem Beat-Pop, zeitgemäßem Songwriter-Rock und sogar Country-Rock in Nashville auf und lud illustre Gästen ins Studio, unter anderem Emma Swift, Grant Lee Phillips und Gillian Welch. Überraschend, wie stimmig sich diese ungewohnte Verbindung aus britischer Kühle und der typischen Wärme klassischer Nash­ville-Produktionen zusammenfügt. Für Fans natürlich ohnehin ein Pflichtfall, aber auch für Neueinsteiger mit einem Faible für Musik, die genaues Hinhören erfordert, eine lohnende Angelegenheit.

7/10

Text: Christoph Ulrich

Robyn Hitchcock
ROBYN HITCHCOCK
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