Review: Prophets Of Rage – PROPHETS OF RAGE

prophets of rageStaatsfeind Nr. … 783?

Hach, was waren das noch für Zeiten, als man fast spüren konnte, wie Rage Against The Machine oder Body Count die Eckpfeiler öffentlicher Meinung verschieben halfen. Und heute? Ist Protest zwischen oberflächlicher Pose, massenmedialer Verunglimpfung und felsenfest verankerten Machtverhältnissen so ziemlich verpufft. Daran können leider auch die Prophets Of Rage nichts ändern, die sich aus drei Vierteln von RATM, zwei Sechsteln Public Enemy und Nasal-Rap-König B-Real von Cypress Hill zusammensetzen. Weswegen sie vielleicht zumindest musikalisch erst gar nicht so heftig zuschlagen, wie man es vermuten könnte. Statt Magenschwingerriffs, sägender Gi­­tarrenläufe und beißender Aggro-Rhymes findet man hier ordentliche Grooves, die im Härtegrad eher an Living Colour erinnern. Catchy ist das Ganze trotzdem, doch das Salz in der Suppe findet man, wenn man sich mit den Texten auseinandersetzt. Hier ist die geballte Intelligenz dieser illustren Truppe zu hören, die sich mit aller Macht gegen die traurige Realität stemmt. Scha­de nur, dass besagte Realität davon herzlich wenig Notiz nehmen wird. Wer sich gleichzeitig auskotzen und dabei die Nackenmuskulatur trainieren will, wird hier aber auf jeden Fall glücklich.

6/10

Prophets Of Rage
PROPHETS OF RAGE
CAROLINE/UNIVERSAL