Review: Phil Campbell And The Bastard Sons – PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS

phil campbell soloMusikalische Familienbande.

Während Schlagzeuger Mikky Dee nach dem Tod von Lemmy bei den Scorpions anheuerte, wählte der ehemalige Motörhead-Gitarrist eine ebenso naheliegende wie ungewöhnliche Variante und gründete mit seinen drei Söhnen Todd, Dane und Tyla sowie dem Sänger Neil Starr eine Band. Die vier Jungspunde und das Rock-Urgestein harmonieren hervorragend zusammen und liefern auf ihrer 5-Track-Debüt-EP melodischen Rock’n’Roll mit eingängigen Melodien, satter Gitarren-Power und kraftvollen Drums. Der Sound der britischen Familienmission ist schnörkellos, druckvoll und traditionell. Vergleiche zu Motörhead liegen nicht auf der Hand, da man gar nicht erst versucht hat, den dreckigen Gesang und das verzerrte Bassspiel von Lemmy zu simulieren. Phil Campbell And The Bastard Sons klingen cleaner, jugendlicher und nicht zuletzt aufgrund des melodischen, halbhohen Gesangs näher am klassischen Hardrock. Insbesondere die Nummern ›Big Mouth‹ und ›Take Aim‹ sind hartnäckige Ohrwürmer, die man nicht mehr aus dem Hirn bekommt, und mit ›Life In Space‹ beweist das Quintett, dass es auch balladeske Töne beherrscht. Sogar ein dezenter Country-Einschlag ist zu hören. Bleibt nur zu hoffen, dass Phil und seine Bastard Sons alsbald ein Vollwert-Album nachlegen.

7/10

Phil Campbell And The Bastard Sons
PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS
MOTÖRHEAD MUSIC