Review: Kadavar – ROUGH TIMES

rough times„Erfolg ist kein Glück/Sondern nur das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen“ …

– was in Wahrheit aus einem Track des Berliner Rappers Kontra K stammt, könnte ebenso gut als Cre­do einer ebenfalls in der Hauptstadt beheimateten Band herhalten: Ka­­davar. Mit Ausdauer und Willen haben sich Chris­toph „Lupus“ Lindemann, Christoph „Tiger“ Bartelt und Simon „Dragon“ Bouteloup vom Insidertipp zu einer echten Institution hochgearbeitet. Und das ist weder Glück noch Zufall, denn Kadavar haben et­­was, das man einfach nicht erlernen kann: Charisma. Nach dem Sensationserfolg seines dritten Albums BERLIN, dem energetische Konzerte durch große Hallen folgten, setzt das Trio mit dem Nachfolger erneut ein Zeichen für die Kraft eines kompromisslos ausgelebten Musikverständnisses: keine Wie­derholungen! Wie auf keinem Albem zuvor gelingt es den Dreien, mit Ideenreichtun und unerwarteten Wendungen zu überraschen. Ob die einen infernalischen Gitarrenteppich konterkarierenden, an eine Flöte erinnernden Hochtöner im Eröffnungstrack, die alles zermalmende Wucht eines ›Into The Worm­hole‹, das manisch-entschlossene ›Skeleton Blues‹ oder die in Nostalgie badenden Psychedelic-Crooner ›The Lost Child‹ und ›You Found The Best In Me‹: Kadavar zeigen auf ROUGH TIMES, wie sehr Muskelspiel und Zärtlichkeit doch Seiten der gleichen Medaille sind. Unverzichtbar!

9/10

Kadavar
ROUGH TIMES
Nuclear Blast/Warner