Review: Highly Suspect – THE BOY WHO DIED WOLF

highly suspectWenn Verzweiflung begeistert.

Wenn man als Coverband startet und so unterschiedliche Acts wie Sublime und Pink Floyd nachspielt, kann von stilistischen Scheuklappen keine Rede sein. Das 2009 gegründete New Yorker Trio um die Zwillingsbrüder Rick (Bass) und Ryan Meyer (Schlagzeug) hat laut eigenen Angaben bisher über 800 Gigs absolviert. Das hört man auch auf dem dritten Longplayer, dem zweiten offiziellen Werk für das 300-Label. Die Drei sind extrem eingespielt und machen aus ihren unterschiedlichen Einflüssen keinen Hehl. Irgendwo zwischen nihilistischem Old-School-Grunge (›Little One‹) und modernerem Alternative-Sound (›My Name Is Human‹) liegt die Schnittmenge, mit der sie schon in der Vergangenheit für Furore gesorgt haben; zwei Grammy-Nominierungen für den Vorgänger MISTER ASYLUM (2015) sprechen für sich. Sänger/Gitarrist Johnny Stevens hat diese charakteristisch brüchige Stimme, die gleichzeitig sowohl Verzweiflung als auch Begeisterung auszudrücken vermag. Ein Song wie das treibende ›For Billy‹ wäre auch vor 15 Jahren gut angekommen. Für Fans der Black Keys ein Muss. Knaller: die Depri-Coverversion von ›Send Me An Angel‹ (Real Life).

7/10

Highly Suspect
THE BOY WHO DIED WOLF
300 ENTERTAINMENT/WARNER