Review: Heat – NIGHT TROUBLE

Heat Night Trouble

Zweischneidiges Rock-Schwert.

Die Vorbilder sind mehr als offensichtlich – und das ist auch okay. Das größte Problem am dritten Heat-Vorstoß NIGHT TROUBLE ist allerdings, dass die Klasse der Originale zumindest in der ersten Albumhälfte nicht mal ansatzweise erreicht wird. In der klingt man wie eine Coverband von Thin Lizzy oder den frühen Scorpions. Eine gute Coverband zwar, die wirklich was von ihrem Handwerk versteht, aber eben immer noch eine Coverband. Vor allem Sänger Patrick hinkt Fi­­guren wie Phil Lynott oder Klaus Meine hinterher, was auch gute musikalische Momente wie im leidenschaftlichen ›Sullen Eyes‹ ein wenig abschwächt und bei ›Granny Notes‹ zu einem bemühten, aber vergeblichen Blues-Versuch führt.

Doch siehe da: Mit ›Where Love Grows‹ wendet sich das Blatt. Dezente Iron-Maiden-Momente mischen sich in den geradlinigen Hard Rock, urplötzlich ist instrumental eine ganze Menge mehr geboten, die Songs werden länger, eigenständiger. Kritikpunkt bleibt hier zwar auch der Gesang, dafür gibt es auf der B-Seite einen gelungenen und deutlich abwechslungsreicheren Ritt durch die Schnittmenge aus Classic Rock, Proto-Metal und Hard Rock. Mehr Stücke wie das sehnsüchtige Rock-Epos ›The Kraken‹ (das textlich dennoch ein extrem abgelutschtes Gedicht bedient) wäre auch in der ersten Hälfte wünschenswert gewesen.

6/10

Heat
NIGHT TROUBLE
THIS CHARMING MAN/CARGO