Review: Graveyard – INNOCENCE & DECADENCE

graveyard-innocence-decadenceNichts ist unmöglich.

Graveyard-Sänger/Gitarrist Joakim Nilsson grinst, wenn er auf den Namen seiner Band angesprochen wird: „Weil die Leute deswegen erwarten, wir seien härter.“ Das sei Absicht gewesen. Abgesehen davon seien alle guten Namen sowieso schon vergeben. Trotz oder gerade wegen des morbiden Monikers, der auf düstere Moll-Töne Marke Black Sabbath schließen ließe, tummeln sich die vier Schweden seit mehreren Jahren in der Retro-Rock-Szene. Aber gegen diese Schublade wehrt sich Nilsson: Sei nicht alles Retro? Recht hat er, und auch Graveyard setzen sich im Ausbeuten der 60/70er-Jahre keine Grenzen: Von typischem Rock (›Magnetic Shunk‹) über poppige Thin Lizzy (›The Apple And The Tree‹) bis zu souligem Gospel-Chor (›Too Much Is Not Enough‹) ist auf ihrer vierten Scheibe alles vertreten, was sowohl den 20- als auch den 60-jährigen Rocker ansprechen kann. Und auch soll. Das ist die erklärte Absicht der Skandinavier: Musik für jedermann. Gute Idee. Auch gut umgesetzt? Auf jeden Fall! Die Band ist fokussierter als je zu vor und hat keine Angst vor Grenzüberschreitungen. Selbstbewusster geht kaum.