Review: Glen Campbell – ADIÓS

adios

Jetzt also sagt Glen Campbell ADIÓS. Sechs Jahre nach seiner Alzheimer-Diag­nose verabschiedet sich der große Country-Sänger, Songschreiber und Gitarrist mit dieser zwölf Songs starken CD von seinen Fans. Vor diesem Hintergrund ist das natürlich ein trauriges Adiós. Das allemal. Doch zu Selbstmitleid und Weinerlichkeit hat der 1936 in Ar­­kansas geborene Musiker nie getaugt. Deshalb prägen seinen gut 25 Alben umfassenden Backkatalog vor allem sonnige, positive nicht selten auch romantische Harmonien und Themen – Tracks wie ›Rhinestone Cowboy‹ und ›Wichita Lineman‹. Für ADIÓS hat sich der mehrfache Grammy-Gewinner nach seiner letzten Tour im Jahr 2012 nochmals in ein Studio aufgemacht, um Songs aufzunehmen, die ihm stets am Herzen lagen; die er aber nie in seiner Karriere aufnahm. Titel wie Harry Nilssons ›Everybody‘s Talkin‘‹, das todtraurige ›Funny How Time Slips Away‹, ›Am I All Alone (Or Is It Only Me)‹ aus der Feder von Roger Miller, Bob Dylans Klassiker ›Don‘t Think Twice, It‘s Alright‹ und – als letzte Verbeugung vor seinem Lieblingssongschreiber – drei Jimmy-Webb-Kompositionen, darunter auch der Titelsong. Carl Jackson produzierte dieses außergewöhnliche Vermächtnis mit dem angemessenen Einfühlungsvermögen, Gaststars wie Vince Gill, Willie Nelson und Roger Miller begleiten den blonden Fürsten des melodischen Country auf seiner letzten Etappe. Lebe wohl, Mr. Campbell! Adiós!

Keine Wertung

Glen Campbell
ADIÓS
UNIVERSAL