Review: Electric Light Orchestra – OUT OF THE BLUE

ELO Out Of The Blue

Limitierte Picture-Disc-Auflage zum 40. Jubiläum.

Bewunderung ließ Randy Newman 1979 dem neun Jahre zuvor im britischen Birmingham von Roy Wood und Jeff Lynne aus den Ruinen von The Move entstandenen Projekt Electric Light Orchestra angedeihen: ›The Story Of A Rock And Roll Band‹ war eine heiße Liebeserklärung mit der Kernzeile „I love that ELO“. Seinerzeit dachten viele Zeit­genossen, Newmans Widmung sei die bitterböse Ironie eines gewohnt sarkastischen Ex­­zentrikers – doch weit gefehlt.

Zwei Jahre zuvor hatte der seit der Trennung von Wood 1972 als alleiniger Chef fungierende Lynne ELOs Opus Magnum präsentiert: das Doppelalbum OUT OF THE BLUE, komponiert von Lynne in dreiwöchiger Klausur in seinem Chalet in den Schweizer Alpen. Wie schon die Vorgänger FACE THE MUSIC (1975) und A NEW WORLD RECORD (1976) wurde es unter seiner Ägide als Produzent in den Münchner Musicland Studios aufgezeichnet, die Arbeit daran dauerte von Mai bis August 1977. Über zehn Millionen Exemplare ließen sich weltweit vom 17 Tracks umfassenden Werk ab­­setzen, erfolgreich angeschoben durch die Charthits ›Mr. Blue Sky‹, ›Turn To Stone‹, ›Wild West Hero‹, ›Sweet Talkin’ Woman‹ und ›It’s Over‹.

Es war ELOs finale Scheibe mit symphonischen Obertönen in Form der vierteiligen Suite ›Concerto For A Rainy Day‹ auf Seite drei, unterfüttert durch Wetterimpressionen eines verregneten Sommers in der bayerischen Landeshaupt­stadt. Inspiriert gleichermaßen von den Beatles, Bee Gees, Beach Boys sowie J.S. Bach und in Shusei Nagaokas legendäres Artwork verpackt, fasst die Picture Disc im Doppelformat zum 40. Jubiläum den stilistischen Werdegang von ELO seit dem selbstbetitelten Debüt von 1971 zusammen. Ab DISCOVERY (1979) widmeten sich ELO dann weitaus kommerzielleren Pop-Klängen.

9/10

Electric Light Orchestra
OUT OF THE BLUE
EPIC/SONY