Review: Duke Garwood – GARDEN OF ASHES

duke garwoodDüstere Songs für düstere Zeiten.

„Ich bin ein wütender Mann, so wütend, dass ich mich selbst verbrenne. So wütend, dass sich die Luft um mich aufheizt. Das ist der nukleare Treibstoff, aus dem ich Musik mache.“ Sagt Duke Gar­wood im Infoblatt zu seiner neuen Platte GAR­DEN OF ASHES. Eine offen heraus ge­­schriene Wut ist das freilich nicht in den Songs des coolen Bluesmanns. Vielmehr ein existenzialistisches Schwelen angesichts des „Hasses“ und all der „greedy money people“, die unseren „paradiesischen Garten“ zerstört haben, sodass er jetzt in Schutt und Asche liegt. In seinen Songtexten beschreibt Gar­wood sein Leiden an der Welt in abstrakten Bildern. „The sun has moved to a better pla­ce“, singt er im gar nicht fröhlichen ›Sonny Boogie‹. „Let us trade a tale of love and good gone bad“, heißt es im Track ›Coldblooded‹. Auf dass die Zukunft aus der Gegenwart lerne. So wenig sich aus den Texten konkrete Botschaften herauslesen lassen, so wenig fügen sich die Stücke in konzise Song­struk­turen. Sie mäandern vor sich hin, zwischen sprödem Blues und knarzendem Folk. Die E-Gitarre wälzt sich schwermütig neben Gar­woods dunkler Stimme, manchmal kommt geheimnisvoller Background-Gesang hinzu. GARDEN OF ASHES macht es einem nicht leicht, so viel steht fest, es ist weder gefällig noch eingängig. Es ist ein nachdenkliches, düsteres Werk eines kompromisslosen, enigmatischen Songschreibers. Man muss dieser Platte also genügend Zeit geben, damit sie ihre hypnotische Wirkung auch vollends entfalten kann.

7/10

Duke Garwood
GARDEN OF ASHES
HEAVENLY RECORDINGS/PIAS