Review: Cody Jinks – I‘M NOT THE DEVIL

cody jinks 2016Einst machte er Thrash-Metal – jetzt ist der Texaner mit traditionellem Country auf Hit-Kurs.

Von einem langbärtigen, durchtätowierten, Hut- und überdimensionale Sonnenbrillen tragenden Kerl mit Thrash-Metal-Vergangenheit könnte man andere Klänge erwarten, als sie Cody Jinks auf I‘M NOT THE DEVIL anbietet. Man würde eher auf Sounds in Richtung Hank III. tippen. Doch weit gefehlt. Der aus Denton, Texas, stammende Sänger und Songwriter zeigt sich auf seinem vierten Album als kreidefressender Country-Storyteller, der scheinbar überhaupt keine Lust verspürt, das traditionelle Sound-Outfit um provokante Töne zu erweitern. Erwartungsgemäß orientiert sich der einstige Metallica-Jünger immerhin an der frühen Country-Outlaw-Bewegung – an Nashville-Ikonen wie Johnny Cash, Willie Nelson, Waylon Jennings und Merle Haggard. In ihre überdimensionalen Fußstapfen möchte Jinks – nach drei grandios gefloppten Alben – jetzt treten. Und siehe da: Sein Retro-Sound ist plötzlich en vogue. Die Folge: Platz vier in den Country-Charts, und das völlig zu Recht! Denn Cody Jinks ist mittlerweile zu einem astreinen Songwriter und Interpreten gereift. Titel wie das melancholische ›The Same‹, das gutmütige, im konventionellen Dreivierteltakt gehaltene ›Church At Gaylor Creek‹ oder die rabenschwarze Ballade ›Vampires‹ können es doch glatt mit Merle Haggards ›The Way I Am‹ aufnehmen, der einzigen Coverversion der CD. Und das will schließlich was heißen.

7/10

Cody Jinks
I‘M NOT THE DEVIL
CODY JINKS MUSIC/THIRTY TIGERS/ALIVE