Review: Cheap Trick – WE‘RE ALL ALRIGHT

cheap trick albumSolides Handwerk von echten Könnern.

Hexenmeister Rick Nielsen und sein Kompagnon Robin Zander zappeln seit 1973 durch die Musikgeschichte und haben diesmal wieder tragfähiges Songmaterial für WE‘RE ALL ALRIGHT gesammelt. Gut, ein Überhit wie ›I Want You To Want Me‹ entsteht nicht im Hühnerstall wie ein Frühstücksei am Morgen – das ist schon klar. Nein, eine kolossale Melodie zu einem überlebensgroßen Song zu stricken, das ist eine Gabe, die sich vielleicht nur zwei oder dreimal in einem Musiker­leben Bahn bricht. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass Kurt Cobain mit Nirvana früher so klingen wollte wie Cheap Trick – nur mit lauten Gitarren. Dieses Rezept haben die Altmeister nun auch für dieses Album neu verwertet. Produziert hat diesmal Julian Raymond, der auf Vielseitigkeit achtete. ›Long Time Coming‹ ist ein Hardrock-Monster mit ZZ-Top-Groove, ›Lolita‹ eine Verbeugung vor klassischem Powerpop und ›She‘s Alright‹ irgendwo weit draußen und mit besonderem Händchen zusammengewürfelt – irgendwo zwischen Status Quo und Vintage-Rock. Unter den Bonus-Tracks befindet sich zudem eine launige Cover-Version: mit viel Drive und noch mehr Zauber haben sie ›Blackberry Way‹ von The Move zu neuem Leben erweckt. Diese Platte macht von A bis Z großen Spaß. In dieser Form sollten uns Cheap Trick bitteschön noch lange erhalten bleiben.

8/10

Cheap Trick
WE‘RE ALL ALRIGHT
UNIVERSAL