Review: Brett Newski – LAND, AIR, SEA, GARAGE

LASG_12inch GatefoldHalbakustik-Rock vom Weltenbummler und Lebenskünstler für Frank-Turner-Affinities.

Entgegen kurzzeitiger Hypes köchelt die Singer/Songwriter-Welle nun schon einige Jahre wie ein allgegenwärtiger Schwelbrand unter dem Hitparaden-Ereignishorizont. Spektakuläre Stars werden in diesem Genre handgemachter Musik selten geboren, dass Brett Newski hier nicht unbedingt dazu gehören möchte, liegt auf der Hand. Sonst hätte er sein neues Album nicht teilweise auf „Wanderlust“-Tour im asiatischen Raum mit dem Laptop aufgenommen. Und er hätte seinen anregenden Indie-Folk auch fetter produziert, stattdessen verzichtet er darauf bis auf ein paar wenige Songs mit großartig pompöser Instrumentierung. Dass er durchaus Potenzial hat, zeigt der lässige Song ›My Blood’s Getting Dirty & My Skin’s Wearin‘ Thin‹ mit E-Gitarre und Band, die Nummer hätten die Babyshambles auch nicht besser hinbekommen. Durch die unterschiedlich produzierten und instrumentierten Songs fehlt zwar etwas der rote Faden, trotzdem ist Newski das, was er ist: ein Gegenentwurf zum Mainstream. Keine Hitscheibe, aber eine richtig entspannte Schaumkrone für den Sommerabend am Baggersee. Leichte Abzüge in der B-Note für seine Stimme, die manchmal etwas zu bemüht nach Straßenbarde mit Köfferchen in der Fußgängerzone klingt, zum Beispiel bei ›Barcelona‹ oder ›D.I.Y. ‹. Bewusst habe ich in der Rezi auf seine umfangreichen Guerilla-Live-Konzert-Aktivitäten an ungewöhnlichen Plätzen verzichtet. Da kann man viel im Internet entdecken … aber erst einmal Musik anhören, dann recherchieren. Oder esst ihr erst das Brot vom Wurstbrot?
5/10

Brett Newski
LAND, AIR, SEA, GARAGE
Make My Day Records/Indigo