Review: Basia Bulat – GOOD ADVICE

BasiaBulat_GoodAdvice_PackshotGute Ratschläge: Kanadas Folkprinzessin orientiert sich neu.

Für kollektive Entrückung sorgte im vergangenen Jahr die Kanadierin Basia Bulat, als sie das Vorprogramm von Sufjan Stevens bestritt. Die 31-jährige Singer/Songwriterin lieferte seit ihrem Debüt OH, MY DARLING (2007) auf bislang drei Alben introspektiv Puristisches und moderaten Folk-Pop. Das brachte ihr Vergleiche mit Joni Mitchell und Joanna Newsom sowie 2014 Nominierungen für den Juno Award und den Polaris Music Prize ein. Auf GOOD ADVICE demonstriert das platinblonde Multitalent mit Fähigkeiten an Harfe, Gitarre, Klavier, Orgel, Pianoette, Banjo, Ukulele, Bass, Autoharp und diversen Perkussionsinstrumenten nun ganz neue Facetten. Unter der Ägide von Jim James (My Morning Jacket), den die in Montreal stationierte Bulat einst beim Austin City Limits Festival kennenlernte, erneuerte sie ihre Musik: Im flotten Sixties-Beat kullert der chartverdächtige Ohrwurm ›La La Lie‹ zum Auftakt fröhlich aus den Boxen. Ein Retro-Sound, der auch die restlichen neun von James luftig produzierten Songs auszeichnet. Putzige Farfisa-Orgel-Schrulligkeit untermalt die zum Tanzen animierende Uptempo-Nummer ›Long Goodbye‹, betörend angegospelt tönt ›In The Name Of‹, stimmstark im makellosen Pop-Kontext fordert Basia Bulat ›Let Me In‹. Zeit zum Verschnaufen bringen die Balladen ›Time‹ und ›Good Advice‹, experimentell geriet der Ausklang: Sowohl ›The Garden‹ als auch ›Someday Soon‹ kommen im ätherischen Sphärenklang und erinnern obendrein an das Werk von Antony Hegarty.

Basia Bulat
GOOD ADVICE
SECRET CITY RECORDS/ROUGH TRADE
8/10